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Jürgen Bramigk mit seinem Lego-Dom

Jürgen Bramigk mit seinem Lego-Dom

dpa

Jürgen Bramigk mit seinem Lego-Dom

Köln. «Manchmal hätte ich ihn einstampfen können», sagt Jürgen Bramigk und lächelt. Der 40-jährige Lego-Fan aus Radevormwald hat den Kölner Dom nachgebaut. Das Kunstwerk ist drei Meter hoch, 1,80 Meter breit und drei Meter lang. Zu sehen ist es von diesem Donnerstag an (bis 21. November) bei der «Lego-Fanwelt» auf der «Internationalen Modellbahn-Ausstellung» in Köln.

Auch wenn sein Dom ihm hin und wieder den letzten Nerv raubte - Bramigk ist unverkennbar stolz auf seine Lego-Kirche. Zwei Jahre hat er in die Arbeit gesteckt, teilweise habe er sogar nachts stundenlang daran gebastelt. Erst wälzte er Unmengen an Büchern, errechnete den Maßstab und erstellte einen Grundplan auf dem Boden. Anschließend fing er an zu bauen, und zwar Stück für Stück nach oben. Eine gute Million Steine brauchte er - und eine Menge Geld dazu: «Dafür hätte man auch einen Mittelklasse-Wagen kaufen können», sagt Bramigk.

Angefangen hatte alles vor fast 20 Jahren mit einem Lego- Ritterset, das ihm seine Frau aus Spaß zu Weihnachten geschenkt hatte. Danach war seine Leidenschaft für die bunten Steinchen entfacht. «Ich brauche immer Beschäftigung, ich kann schlecht rumsitzen», sagt Bramigk, der verheiratet ist und einen sechsjährigen Sohn hat.

Bei der «Lego-Fanwelt» präsentieren insgesamt rund 250 Hobby- Bastler ihre Kunstwerke. Zu sehen sind zum Beispiel das Kapitol aus Washington und der Berliner Reichstag. Zu den Highlights gehört auch ein Karnevalszug mit 18 000 kostümierten Figuren und mehreren Dutzend Motivwagen.

«Dom-Bauer» Bramigk verleiht seiner Kathedrale den letzten Schliff: In liebevoller Kleinarbeit rückt er ein paar Lego-Bäume vor der Kirche in die richtige Position. Sein Beruf macht sich bemerkbar: Er ist Landschaftsgärtner. «Ich habe dadurch eine gute Vorstellungskraft», meint Bramigk. Das habe ihm bei seinem Projekt geholfen. Ebenso wichtig sei allerdings die Recherche, damit das Gebäude möglichst realitätsnah aussieht. Sogar Details wie Heiligenfiguren am Eingangsportal fehlen bei dem Nachbau nicht.

Als nächstes Projekt könnte er sich vorstellen, die Insel Saint Michel in Frankreich nachzubauen. Das sei allerdings schwierig, da müsste man ein paar bauliche Probleme lösen. Sein Traum wäre es aber schon.

Die «Internationale Modellbahn-Ausstellung» umfasst neben der «Lego-Fanwelt» auch die Hobbymesse «Mein Steckenpferd» und das «Kölner Echtdampftreffen», bei dem nachgebildete Dampfloks durch die Halle schnaufen. dpa

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