Konzernchef Grube räumt ein, dass Geld für notwendige Investitionen fehlt. Ausbaden müssen das die Kunden.

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Der frühe und harte Wintereinbruch erwischte die Bahn kalt: Züge fielen entweder ganz aus oder fuhren mit deutlicher Verspätung.

Der frühe und harte Wintereinbruch erwischte die Bahn kalt: Züge fielen entweder ganz aus oder fuhren mit deutlicher Verspätung.

dpa

Der frühe und harte Wintereinbruch erwischte die Bahn kalt: Züge fielen entweder ganz aus oder fuhren mit deutlicher Verspätung.

Berlin. Züge fielen reihenweise aus oder kamen nur mit großer Verspätung ans Ziel. Der Unmut über das Winterchaos bei der Bahn ist groß, die Politik zeigt sich alarmiert.

Dass Schnee und Eis die Bahn dermaßen aus dem Takt bringen, ist nach einhelligem Urteil vor allem auf die jahrelange Sparpolitik zurückzuführen. Die sollte die Bahn fit für den angestrebten, zwischenzeitlich aber wieder abgeblasenen Börsengang machen. Sie wurde damit generell aber auch anfälliger für die Unbilden der Witterung. Auch früher schon gab es strenge Winter. Doch die Bahn, so erinnern sich altgediente Eisenbahner, kam damit weitaus besser klar als momentan.

Mehr als 100 000 Kunden beantragten Fahrpreis-Erstattung

Das zeigte sich zuletzt beispielhaft daran, dass immer weniger Züge pünktlich ankamen. Im Fernverkehr war zeitweise nur noch jeder fünfte Zug fahrplangemäß unterwegs. Im Regionalverkehr fuhren laut Medienberichten nach einer internen Bahn-Statistik zeitweise nur sechs von zehn Zügen pünktlich. Die Reserven sind zu knapp, die Wartungskapazitäten reichen nicht aus. Mehr als 100 000 Bahnkunden beantragten inzwischen die Erstattung des Fahrpreises.

Der im Kreuzfeuer stehende Bahnchef Rüdiger Grube wirbt um Fairness und Verständnis. Auch im Flug- und Autoverkehr habe „der härteste Winter seit 40 Jahren“ massive Probleme gebracht. Passagiere saßen nächtelang an Airports fest, um dann doch auf die Bahn auszuweichen. Die schickte immerhin zusätzliche Züge auf die Strecke, um die Leute an ihren Ort zu bringen. Auf manchen Bahnrouten, so Grube, habe es durch die Flugausfälle „bis zu 100 000 Buchungen täglich“ zusätzlich gegeben.

Die Bahn verdiente 2009 1,7 Milliarden Euro

Der Bahn-Manager räumt aber ein: „Wir haben zurzeit nicht genug Züge, um in Extremsituationen ausreichend Ersatzmaterial anbieten zu können.“ Aufgrund verschärfter Kontrollen müssten die ICEs zehn bis zwölf Mal häufiger in die Werkstatt als früher. „Das ist ein großer Engpass.“ Um den zu beheben, brauche es viel Geld. Grube: „Es ist kein Geheimnis: Die Infrastruktur der Bahn ist unterfinanziert.“ Statt der eingeplanten 1,4 Milliarden Euro für Aus- und Neubau müssten es nach seinen Worten mindestens zwei Milliarden sein, wenn die Bahn mit dem prognostizierten Wachstum fertig werden wolle.

Immerhin hat die Bahn auch im Krisenjahr 2009 Geld verdient – knapp 1,7 Milliarden Euro – und Schulden abgebaut. Eine Dividende hat der Bund noch nie gesehen. Nach dem Winter-Desaster beteuert Grube nun, die Bahn werde ihre inländischen Hausaufgaben erledigen, bevor sie die 15 neuen ICE-3-Hochgeschwindigkeitszüge ins Ausland rollen lasse. Sie setzt dabei auf eine Investitionsoffensive, für die in den nächsten fünf Jahren 44 Milliarden Euro fließen sollen. Manche meinen, auch das sei noch nicht ausreichend.

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