Durch den Klimawandel wird es aber wärmer. Das Wetter nähert sich dem der Po-Ebene an.

Orkan
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Carsten Rehder

Berlin. Einen passenderen Tag hätten sich der Deutsche Wetterdienst und vier weitere Behörden für ihre Alarmwarnung kaum wählen können. Während Hurrikan „Sandy“ über der Ostküste der USA wütete, verkündeten sie in Berlin, mit welchen Wetterextremen Deutschland wegen des Klimawandels in Zukunft zu rechnen hat. Und wie Verwaltungen und Bürger sich darauf vorbereiten sollten.

Ist ein Hurrikan wie „Sandy“ in Deutschland möglich?

Nein. Hurrikane bilden sich über Meeren und brauchen eine Wassertemperatur von mindestens 27 Grad. Die gibt es im Nordatlantik, nicht in Nord- und Ostsee. Aber weil mit einer Zunahme der Zahl der Hurrikane in den USA gerechnet wird, ist möglich, dass ihre Reste in Form von Schlechtwetterfronten häufiger Europa erreichen. Zunehmen wird die Zahl der Tornados. Diese starken „Rüsselwinde“ treten bei Gewitterlagen auf und wirken nur sehr kleinräumig.

Welche extremen Wetterereignisse werden in den Sommern erwartet?

Ein Forschungsprojekt des Wetterdienstes und der vier anderen in einer „Behördenallianz“ zusammengefassten Verwaltungen ergab vor allem eine Zunahme der Hitze. Statt heute etwa 40 „Sommertage“ mit mehr als 25 Grad Tageshöchsttemperatur, werden es im Jahr 2100 fast 80 in Deutschland sein. Am Oberrheingraben, wo es schon heute an 60 Tagen sehr warm ist, entsprechend mehr. Das Wetter wird sich dem der Po-Ebene in Norditalien annähern. Die Zahl der „heißen Tage“ über 30 Grad verdoppelt sich auf etwa 30. Extrem: Die statistisch bisher nur alle 25 Jahre auftretenden superheißen Tage mit über 39 Grad wird es etwa in Mannheim Ende des Jahrhunderts vier Mal pro Jahr geben.

Wie ist die Entwicklung in den Herbst- und Wintermonaten?

Derzeit gibt es im Schnitt einmal pro Winter Starkregen mit 15 bis 40 Litern Niederschlag pro Tag und Quadratmeter. Das wird sich in küstennahen Gebieten verdoppeln, andernorts um etwa die Hälfte zunehmen. Stürme bis 110 Kilometer pro Stunde gibt es derzeit im Schnitt einmal pro Winter. Das wird – je nach Region – um 25 bis 100 Prozent zunehmen. Orkane vom Schlage „Kyrills“ mit Windstärke zwölf, die es bisher im Schnitt alle 25 Jahre gab, werden alle fünf Jahre vorkommen.

 

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