Für ihr tierisches Hobby geben deutsche Verbraucher viel Geld aus. Der Markt für Hundeleckerli und Co. ist milliardenschwer.

Frederike Friedel, Besitzerin des Düsseldorfer Delikatessladens für Hunde „Dog’s Deli“, gibt „Pepper“ über die Ladentheke ein Leckerchen.
Frederike Friedel, Besitzerin des Düsseldorfer Delikatessladens für Hunde „Dog’s Deli“, gibt „Pepper“ über die Ladentheke ein Leckerchen.

Frederike Friedel, Besitzerin des Düsseldorfer Delikatessladens für Hunde „Dog’s Deli“, gibt „Pepper“ über die Ladentheke ein Leckerchen.

Frederike Friedel, Besitzerin des Düsseldorfer Delikatessladens für Hunde „Dog’s Deli“, gibt „Pepper“ über die Ladentheke ein Leckerchen.

dpa, Bild 1 von 2

Frederike Friedel, Besitzerin des Düsseldorfer Delikatessladens für Hunde „Dog’s Deli“, gibt „Pepper“ über die Ladentheke ein Leckerchen.

Düsseldorf. Ob Gebäck aus der Hundekeksmanufaktur oder eine mit Obst und Kräutern gefertigte Pastete aus „natürlichen und gesunden Zutaten“ für den Stubentiger – wenn es um den tierischen Liebling geht, ist Luxus in Deutschland gefragt wie nie. „Der Trend zu Premium hält an“, sagt Antje Schreiber vom Zentralverband zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF).

In mehr als jedem dritten deutschen Haushalt (36 Prozent) lebt nach einer 2012 vorgelegten Studie mindestens ein Heimtier. Rund 31 Millionen Hunde, Katzen, Vögel und Kleintiere bevölkern laut ZZF deutsche Wohnungen. Schwärme von Zierfischen sowie Reptilien in mehr als drei Millionen Gartenteichen und Terrarien gar nicht mitgezählt.

Einer nahezu gleichbleibenden Anzahl von Haustieren standen dabei in den vergangenen Jahren ständig zunehmende Ausgaben gegenüber. „Es gibt eine steigende Bereitschaft, Geld für Haustiere auszugeben“, berichtet Expertin Schreiber. Zu regelrechten Umsatzrennern in den Läden mit Zuwachsraten von 8,1 Prozent (Katzen) und 7,0 Prozent (Hunde) haben sich derzeit etwa Snacks entwickelt.

Die Zusatz-Leckereien seien mittlerweile nahezu unverzichtbarer Bestandteil einer fachgerechten Hunde-Erziehung, berichtet Schreiber. Während die Hunde-Konkurrenz fürs Zusatzfutter schwitzen muss, kommen Katzen dagegen offenbar bereits mit einem Schnurren ans Ziel.

„Es gibt eine steigende Bereitschaft, Geld für Haustiere auszugeben.“

Antje Schreiber, Zentralverband zoologischer Fachbetriebe

Neben dem je nach Zusammensetzung mehr oder weniger gesunden Snack können Tierliebhaber zum Spezialfutter greifen, um den Liebling mit Bio-Futter oder Rohkost zu verwöhnen. Ein Katzenfutter-Hersteller verspricht dabei etwa „besondere Geschmackserlebnisse“ für anspruchsvolle Vierbeiner.

Der Gesamtmarkt rund ums Heimtier wird auf mehr als vier Milliarden Euro geschätzt. Mit Abstand wichtigste Einkaufsquelle sind Zoofachhandlungen, Supermärkte und Discounter, die ihren Umsatz 2012 um 2,2 Prozent auf 3,867 Milliarden Euro steigern konnten. Nach der positiven Entwicklung 2013 rechnet der Verband für 2014 mit guten Zahlen.

Futter ohne Gentechnik, Geschmacksverstärker oder Konservierungs- oder Farbstoffe ist ebenso im Angebot wie Diätnahrung für die gute Figur. Dabei greifen Tierfreunde zunehmend zu kleinen Portionsdosen oder auch Beuteln. Wenn trotzdem zu viel im Futternapf landet, hilft ein Blick auf spezielle Heimtier-Gewichtstabellen. An guten Tipps herrscht kein Mangel.

Wer Wert auf Fitness oder einfach nur auf gutes Aussehen legt, kann in den mittlerweile umfangreichen Zubehörabteilungen der Fachhändler fündig werden. Unter Stichworten wie „Activity“ oder „Agility“ findet sich sportliches Zubehör vom handgefertigten „Apportel“ aus massiver Esche bis zum Welpen-Wackelbrett für den Nachwuchs. Für das trendige Aussehen sorgen modische Halsbänder und Hundegeschirre, die gern auch glitzern dürfen.

Im Gegensatz zu Hund und Katze müssen die Hersteller bei anderen Heimtieren gegen einen Abwärtstrend kämpfen. „Wenn Vogel, dann Wellensittich“, beschreibt die Expertin die Lage am Gefieder-Markt. Große Vögel wie Papageien seien dagegen zunehmend weniger gefragt.

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