Apfel als Fruchtbarkeitssymbol
Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Ein lebenslanger Zeuge der Trauung ist ein Baum, den das Brautpaar im eigenen Garten oder auf einem öffentlichen Hain setzt. Foto: BGL/PdM

Fruchtbares Geschenk: Obstbäume zur Hochzeit sollen Beständigkeit und Zusammenhalt symbolisieren. Foto: PdM

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Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Bonn (dpa/tmn) - Er kann viele Jahrzehnte alt werden - wie hoffentlich auch die Ehe. Ein Hochzeitsbaum wird von Brautpaaren gerne als Symbol für ein langes Leben und Glück gesetzt. Der alte Brauch lebt wieder auf.

Ein passendes Hochzeitsgeschenk zu finden, ist nicht leicht. Es muss beiden Partnern gefallen, soll das Paar im besten Fall ein Leben lang begleiten und nützlich sein. Ein Baum erfüllt diese Kriterien. «Bäume zu pflanzen, bedeutet, die Zukunft zu sichern», sagt Eiko Leitsch, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bonn. Und der Baum sei immerhin ein Sinnbild für Beständigkeit und Zusammenhalt.

Baum als lebenslanger Zeuge
Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Ein lebenslanger Zeuge der Trauung ist ein Baum, den das Brautpaar im eigenen Garten oder auf einem öffentlichen Hain setzt. Foto: BGL/PdM

Fruchtbares Geschenk: Obstbäume zur Hochzeit sollen Beständigkeit und Zusammenhalt symbolisieren. Foto: PdM

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Ein lebenslanger Zeuge der Trauung ist ein Baum, den das Brautpaar im eigenen Garten oder auf einem öffentlichen Hain setzt. Foto: BGL/PdM

Eine noch tiefere symbolische Bedeutung verbirgt sich in der Wahl eines Obstbaumes. «Bäume wie Apfel, Birne und Kirsche stehen für die Fruchtbarkeit», sagt Helmut Selders, Vorsitzender des Verbandes Rheinischer Baumschulen aus Haan. Gleichzeitig tragen die Früchte, die man Jahr für Jahr erntet, zur Ernährung der Familie bei.

Dieser Aspekt war wichtig, als die Tradition entstand - im Mittelalter. «Es gibt Literaturstellen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die diesen Brauch belegen», sagt Leitsch. Die Gäste oder das Brautpaar selbst wollten anlässlich des Hochzeitsfestes etwas Gutes tun und einen Beitrag für die Zukunft leisten. Neben der Sicherung der Ernährung mussten Wälder, die durch Kriege zerstört wurden, wieder aufgeforstet werden. Und auch die nachfolgende Generation hatte noch etwas davon, wie Baumschuler Selders erläutert: Die Kinder konnten das Holz für den Möbelbau verwenden.

Bäume stehen auch für Beständigkeit
Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Obstbäume, die dem Brautpaar geschenkt werden, sollen Fruchtbarkeit in der Ehe symbolisieren. Foto: Andrea Warnecke

Ein lebenslanger Zeuge der Trauung ist ein Baum, den das Brautpaar im eigenen Garten oder auf einem öffentlichen Hain setzt. Foto: BGL/PdM

Fruchtbares Geschenk: Obstbäume zur Hochzeit sollen Beständigkeit und Zusammenhalt symbolisieren. Foto: PdM

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Fruchtbares Geschenk: Obstbäume zur Hochzeit sollen Beständigkeit und Zusammenhalt symbolisieren. Foto: PdM

Viele Städte und Gemeinden lassen diesen Brauch nun wieder aufleben - so auch die Stadt Düsseldorf. «Wir haben bereits die fünfte Hochzeitswiese in Planung», sagt Ingo Lentz, Vorstandsvorsitzender von Pro Düsseldorf, einem Verein, der sich für die Stadt und das bürgerschaftliche Engagement einsetzt. So ein Hain brachte einst auch der Stadt etwas: «Schon in der vorindustriellen Gesellschaft bildeten die Hochzeitswiesen den Übergang von den Gärten in die Landschaft.» Auf diese Weise seien viele bäuerliche Streuobstwiesen an den Ortsrändern entstanden.

Man muss kein Düsseldorfer sein, um dort pflanzen zu dürfen. Circa 20 Prozent der Paare lebten nicht in der Stadt, berichtet Lentz. Die Pflege der Pflanzen und der Fläche übernehmen Stadt, Grünflächenamt oder Landwirte der Umgebung. «Es werden vorzugsweise historische Obstsorten mit schön klingenden Namen wie "Gellerts Butterbirne", "Eifeler Rambur", "Schöner von Nordhausen" und "Grüne Reineclaude" gepflanzt», erzählt Lentz. Da die Bäume einen besonderen Erinnerungswert haben, werden neben Obstgehölzen aber auch gerne markante Bäume wie Weiden, Eichen oder Birken gepflanzt. Sie entwickeln sich zu mächtigen Schönheiten.

An ihrem Baum kann sich das Brautpaar ein Leben lang treffen, Gedanken austauschen, persönliche Feste feiern und Kraft tanken, um Krisen zu bewältigen. Ein Hochzeitsbaum stellt einen festen Ort dar und somit einen Bezugspunkt für das Paar, der in Zeiten von steigender Mobilität besonders wertvoll ist.

Die Kosten für einen Hochzeitsbaum legen Städte und Gemeinden beziehungsweise die ausführenden Vereine fest. In Düsseldorf muss ein Paar oder der Schenkende nach Angaben von Lentz derzeit rund 150 Euro einplanen. «Wenn es keine ausgewiesene Fläche für Hochzeitsbäume gibt, besteht die Möglichkeit, mit der Stadt Verbindung aufzunehmen und einen Baum als Spende anzubieten», sagt Leitsch. Die Stadt gibt den Pflanzort vor, beispielsweise in einem Park oder an einer Straße, und macht häufig Vorgaben zur Baumart.

«Die optimale Pflanzzeit liegt zwischen Laubfall der Gehölze und dem Neuaustrieb», sagt Selders. Geheiratet wird allerdings bevorzugt von Frühsommer bis Herbst. Wer direkt pflanzen und nicht auf Herbst und Winter warten will, kann während der Vegetationszeit auf Bäume im Container zurückgreifen. Diese können jederzeit in den Boden kommen.

«Wichtig ist, dass man nicht ganz klein anfängt», sagt Selders. Er rät, statt einem Steckling bereits ein Exemplar mit einem kräftigen Hochstamm zu pflanzen. Auch symbolisch spricht eigentlich nichts dagegen - schließlich kennen sich die Partner auch bereits eine Weile, wenn sie sich entschließen zu heiraten.

Hausgärten sind häufig zu klein für einen prächtigen Baum - allerdings eigneten sich Obstbäume immer, sagt Baumschuler Selders. «Da gibt es unterschiedliche Größen und Wuchseigenschaften, so dass man auch für den kleinen Hausgarten etwas Passendes findet.» Unter den Laubgehölzen empfiehlt Leitsch hierfür die Eberesche, weil sie eine geringe Grundausdehnung hat und pflegeleicht ist. Und: Die orangeroten Beeren unterstreichen das Symbol Fruchtbarkeit.

«Zieräpfel und Zierkirschen eignen sich für den kleinen Garten ebenso wie Magnolie und Kugelahorn», zählt Selders auf. «Hat man etwas mehr Platz, bieten sich die schlanken Formen beispielsweise von Säulenhainbuche, Säuleneiche und Säulenbuche an.» Und so kann der Bräutigam einem auf Hochzeiten gerne zitierten Rat folgen: Er soll heiraten, Kinder zeugen, ein Haus bauen und einen Baum pflanzen.

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