Ostsee statt Karibik, Bayern statt Ballermann: Die Bürger sparen.

Ausspannen in Deutschland ist immer noch verhältnismäßig preiswert.
Ausspannen in Deutschland ist immer noch verhältnismäßig preiswert.

Ausspannen in Deutschland ist immer noch verhältnismäßig preiswert.

Ausspannen in Deutschland ist immer noch verhältnismäßig preiswert.

Hamburg. Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf die liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen aus: den Urlaub. Der Reiseweltmeister ist verunsichert und lässt die Koffer erst einmal im Schrank. Urlaub im Jahr 2009 heißt vor allem: abwarten, zu Hause bleiben oder Ziele in der Nähe suchen. "So viel Ratlosigkeit hatten wir in den vergangenen 25Jahren nicht", sagte Horst Opaschowski, Wissenschaftlicher Leiter des BAT-Freizeitforschungsinstituts in Hamburg, bei der Vorstellung der 25.Deutschen Tourismusanalyse. Dazu befragten die Forscher im Januar 4000Menschen nach ihren Reisen im Jahr 2008 und ihren Plänen für 2009.

Der Zweit- und Dritturlaub ist nur für die wenigsten finanzierbar

In Zeiten, in denen es der Wirtschaft schlecht gehe, Kurzarbeit oder Jobverlust drohten, würden die Deutschen überlegen, "wie auch bei knapper Haushaltskasse das Urlaubsglück gefunden werden kann", betonte Opaschowski. 34,8 Prozent waren im Januar noch unentschlossen, ob sie überhaupt verreisen werden. Der Zweit- und Dritturlaub ist nur für die wenigsten (11,6 Prozent) machbar. 42,2 Prozent haben Urlaub geplant - vor zwölf Monaten waren es 70,8 Prozent.

Eindeutiger Gewinner in der Krise ist Deutschland als Urlaubsziel. Jeder vierte Befragte sprach sich für Bayern statt Ballermann und Ost- oder Nordsee statt Karibik aus. Erst weit dahinter rangieren Spanien (8,2 Prozent), Italien (5,5) und die Türkei (5,2). In Deutschland selbst trumpft Bayern auf.

Mehr als jeder fünfte Inlandsurlauber (22,9 Prozent) hielt sich dort bereits 2008 auf, dicht gefolgt von den Ostseefans (20,1). "Wenn gerechnet werden muss, ist ein Inlandsurlaub am günstigsten", sagte der Experte. Im Jahr 2008 betrug das Urlaubsbudget 960 Euro.

Angesichts der Krise spricht Opaschowski von einem "Jahr der Zeitenwende" für die Branche. Die Ferienregionen müssten neu denken. Das bedeute etwa auch, mehr Flexibilität bei der An- und Abreise zu zeigen. "Es sollte keine ausschließliche Anreise am Sonnabend geben", so Opaschowski.

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