New York. Warum sterben Menschen an der Schweinegrippe? Um das herauszufinden, haben brasilianische Mediziner 21 verstorbene Patienten detailliert obduziert. Alle seien an schweren Lungenschäden gestorben, allerdings ließen sich drei Verläufe der Krankheit unterscheiden, berichten die Wissenschaftler im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (Bd. 181, S. 72).

Bei Menschen, die an einer Herzkrankheit oder Krebs litten, sei es häufig zu einer tödlichen Folgeinfektion mit Bakterien gekommen. Zusätzlich zu einer antiviralen Therapie sei deshalb bei solchen Patienten auch eine antibakterielle Therapie nötig, zudem sei eine vorsorgliche künstliche Beatmung zu empfehlen.

Studien zuvor hatten bereits gezeigt, dass Patienten mit tödlichem Infektionsverlauf vor allem an Atemschwierigkeiten litten, während bei anderen Schweinegrippe-Kranken meist Fieber, Husten und Muskelschmerzen die stärksten Symptome sind. Die Mediziner um Thais Mauad obduzierten nun 21 Menschen zwischen einem und 68 Jahren, die im Juni und Juli 2009 an der Schweinegrippe gestorben waren. 16 Patienten litten unter Vorerkrankungen - etwa Herzproblemen oder Krebs.

Bei der Analyse von Lungengewebe wurden drei histologische Befunde unterschieden: die weitläufige Schädigung der Lungenbläschen, ein lokales Absterben entzündeten Gewebes und Blutungen in den Bronchien.

Zudem wiesen die Mediziner nach, dass bei einigen Patienten in der Lunge massiv sogenannte Zytokine ausgeschüttet worden waren. Diese Proteine wiesen auf eine überschießende Reaktion des Immunsystems hin, die den tödlichen Verlauf der Infektion mitverursache, erläutern die Mediziner.

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