Das schwedische Unternehmen H&M hatte für einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift «Coolster Affe im Dschungel» einen dunkelhäutigen Jungen modeln lassen. Der kanadische R&B-Musiker The Weeknd will die Zusammenarbeit mit der Modekette beenden.

Ärger um Werbefoto
Das Foto der Modekette H&M zeigt einen grünen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle"

Das Foto der Modekette H&M zeigt einen grünen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle"

Uncredited

Das Foto der Modekette H&M zeigt einen grünen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle"

Stockholm. Eigentlich zeigt das Foto im britischen Online-Shop einfach einen kleinen schwarzen Jungen, der einen grünen Kapuzenpullover trägt. Auf dem zweiten Blick sieht man jedoch, weshalb die schwedische Modekette H&M einen Shitstorm im Netz heraufbeschwor: Auf dem Pulli steht „coolest monkey in the jungle“, sprich: der coolste Affe im Dschungel.

In den sozialen Netzwerken hagelte es wegen des vermeintlich rassistischen Zusammenhangs auch von Prominenten Kritik für das Unternehmen. „Ich war geschockt und beschämt von diesem Foto. Ich bin zutiefst beleidigt und werde nicht mehr mit H&M zusammenarbeiten“, schrieb der kanadische Sänger The Weeknd auf Twitter. Der Musiker mit äthiopischen Wurzeln hatte bei H&M seine eigenen Kollektionen herausgebracht.

Rassistische Werbeinhalte sind keine Seltenheit

Auch deutsche Stars wie Boris Becker empörten sich über das Werbefoto, das wie der Artikel schnell aus dem Shop verschwand. Fußballer Kevin-Prince Boateng twitterte „Euer Ernst, H&M?“. Die Modekette entschuldigte sich in einem Statement: „Wir glauben bei allem, was wir machen, an Vielfalt und Inklusion und werden all unsere internen Strategien überprüfen, um künftige Probleme zu verhindern.“ Die Aktie des Unternehmens rutschte zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit April 2009.

Der Pulli war Teil einer Safari-Kollektion. Oberteile mit Aufdrucken wie „Überlebensexperte“ wurden dabei von weißen Kindermodels getragen. H&M ist nicht das erste Unternehmen, dem Rassismus vorgeworfen wird. Zuletzt sorgte Dove mit einer Werbung für Aufsehen, in der sich eine schwarze Frau dem Anschein nach mit Hilfe eines Duschgels „weiß“ wäscht. Auch die Modekette Zara geriet 2014 in die Schlagzeilen, als sie ein gestreiftes Kinderhemd mit Stern auf der Brust anbot, welches an die Kleidung von KZ-Häftlingen erinnerte. dpa/sdt

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