Der amtierende Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) wurde von den Grünen zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

wza_400x278_471587.jpg
Fritz Schramma: Wer tritt statt seiner bei der Kölner-Oberbrügermeister-Wahl an?

Fritz Schramma: Wer tritt statt seiner bei der Kölner-Oberbrügermeister-Wahl an?

dpa

Fritz Schramma: Wer tritt statt seiner bei der Kölner-Oberbrügermeister-Wahl an?

Köln. Die Suche nach einem neuen CDU-Kandidaten für die Kölner Oberbürgermeister-Wahl gestaltet sich schwierig. Wolfgang Bosbach, Fraktionsvize im Bundestag, sagte ebenso ab wie Konrad Adenauer, ein Enkel des gleichnamigen ersten Bundeskanzlers. Unterdessen wurde der amtierende Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) von den Grünen zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Auch die SPD äußerte sich skeptisch dazu, ob er noch bis nach der OB-Wahl am 30. August im Amt bleiben könne. Schramma hatte am Sonntag angekündigt, dass er nicht wieder kandidieren werde. Ihm war vorgeworfen worden, die politische Verantwortung für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs wegschieben zu wollen. Schrammas angekündigter Rückzug sei «in sich nicht konsequent», sagte der Kölner SPD-Fraktionschef Martin Börschel der dpa.

Wenn Schramma argumentiere, dass er sich nun voll auf das Krisenmanagement nach dem Einsturz konzentrieren könne, so überzeuge ihn das nicht: «Starke Führung war noch nie sein Markenzeichen.» Wenn Schramma sofort zurücktrete, könnten seine Amtspflichten bis zur Wahl von Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD) und der Ersten Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) wahrgenommen werden.

Jörg Frank, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Kölner Grünen, forderte Schramma zum Rücktritt auf. «Wir sprechen ihm die Befähigung ab», sagte er. «Wer A sagt, muss auch B sagen. Er hat mehr Durcheinander gestiftet als alles andere.» Der Kölner CDU-Chef Jürgen Hollstein bezeichnete dies als «völligen Quatsch». Schramma bleibe bis zur Wahl im Amt, versicherte er.

Bosbach kritisierte unterdessen den Umgang seiner eigenen Partei mit Schramma. «Offen gesagt: Ich hätte mir gewünscht, dass die ganze CDU ihm den Rücken gestärkt hätte», sagte er der «Kölnischen Rundschau». Der Generalsekretär der NRW-CDU, Hendrik Wüst, bestritt, dass man Schramma nicht ausreichend unterstützt habe. Zudem sehe er jetzt «eine Chance für die CDU in Köln, die Erneuerung fortzuführen». Die Kölner CDU war in den vergangenen Jahren immer wieder von Affären belastet worden.

An diesem Dienstag steht in Köln möglicherweise ein weiterer Rücktritt im Zusammenhang mit dem Archiv-Einsturz an. Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe beschäftigt sich dann mit personellen Konsequenzen. Dabei geht es vor allem um den Technischen Vorstand Walter Reinarz (CDU). Dieser steht in der Kritik, weil er wichtige Informationen über Grundwasser-Probleme in der U-Bahn- Baustelle neben dem Archiv nicht an Schramma weitergeleitet hatte.

Der Einsturz des Archivs, bei dem vor einem Monat zwei Menschen ums Leben kamen, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den U-Bahn-Bau ausgelöst.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer