Für die fünf Toten von Radevormwald kann niemand zur Rechenschaft gezogen werden.

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Über Leitern bargen Rettungskräfte am 22. September 2009 in Radevormwald ein Opfer aus dem in die Wupper gestürzten Linienbus.

Über Leitern bargen Rettungskräfte am 22. September 2009 in Radevormwald ein Opfer aus dem in die Wupper gestürzten Linienbus.

dpa

Über Leitern bargen Rettungskräfte am 22. September 2009 in Radevormwald ein Opfer aus dem in die Wupper gestürzten Linienbus.

Radevormwald. Fünf Menschen haben bei dem Busunglück in Radevormwald ihr Leben verloren - doch es gibt niemanden, der dafür bestraft werden kann. Die zuständige Kölner Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren nun eingestellt. "Wir können strafrechtlich niemanden zur Verantwortung ziehen", sagte Sprecher Günther Feld am Freitag.

Fest steht, dass der Fahrer (45) - auch er kam bei dem Unfall ums Leben - keine gesundheitlichen Probleme hatte. Ein Herzinfarkt oder eine akute Unterzuckerung habe sich nicht nachweisen lassen, heißt es. Auch an dem erst wenige Monate alten Bus der Linie 626 ließ sich kein technischer Defekt nachweisen. Der Wagen gehörte zum Fuhrpark der Firma Klingenfuß, einer Tochter der Wuppertaler Stadtwerke.

"Ich denke nicht mehr so sehr darüber nach. Und für mich ändert das Ergebnis der Ermittlungen ja nichts an den Tatsachen. Der Fahrer ist nun einmal tot."

Peter Fuchs (27), der im Unglücksbus saß und mit einer Prellung davonkam.

Sicher sei laut Staatsanwaltschaft, dass überhöhte Geschwindigkeit am 22. September 2009 zu dem Unfall geführt habe: Statt der erlaubten 60 war der Bus laut Fahrtenschreiber mit fast 90 Stundenkilometern unterwegs. Der Bus war von der Landstraße 414 eine etwa 20 Meter tiefe Böschung in die Wupper hinabgestürzt. Laut Augenzeugen soll der Wagen in einer Kurve geradeaus gefahren sein. Warum, bleibt rätselhaft. Der Bus-Fahrer, ein mehrfacher Familienvater, galt als zuverlässig.

"Wir haben alles untersuchen lassen, was möglich war, aber keine Ursache für den Unfall gefunden", so Feld. Deshalb werde der Fall nun zu den Akten gelegt. "Dieses Ergebnis ist auch für uns unbefriedigend." Ob die Hinterbliebenen der Opfer Schadensersatzansprüche stellen können, sei eine zivilrechtliche Frage, die nicht von der Staatsanwaltschaft zu beantworten sei.

Der Bus mit zwölf Menschen an Bord war auf einer abschüssigen Landstraße immer schneller geworden. In einer Linkskurve durchbrach er die Leitplanke, stürzte eine Böschung zur Wupper hinab und blieb auf der Seite - halb im Wasser - liegen.

Wegen der langwierigen Ermittlungen waren in den vergangenen Wochen immer wieder Spekulationen über die Unfallursache angestellt worden. Auch über eine Selbstmordabsicht des als zuverlässig geltenden Busfahrers wurde gemutmaßt. Denn ein Augenzeuge hatte berichtet, der 45-Jährige habe auf der abschüssigen Straße plötzlich Vollgas gegeben. "All dies bleibt reine Spekulation", sagt Oberstaatsanwalt Feld.

Das Velberter Busunternehmen Klingenfuß und die Wuppertaler Stadtwerke nahmen mit Erleichterung zur Kenntnis, dass keine technischen oder betrieblichen Ursachen für den Unfall ermittelt wurden. Gleichzeitig drücken die Geschäftsführungen aber auch ihr Bedauern darüber aus, dass die Ursache offenbar niemals aufgeklärt werden kann.Spekulationen Wegen der langwierigen Ermittlungen waren in den vergangenen Wochen immer wieder Spekulationen über die Unfallursache angestellt worden. Auch über eine Selbstmordabsicht des als zuverlässig geltenden Busfahrers wurde gemutmaßt. Denn ein Augenzeuge hatte berichtet, der 45-Jährige habe auf der abschüssigen Straße plötzlich Vollgas gegeben. "All dies bleibt reine Spekulation", sagt Oberstaatsanwalt Feld.

Das Velberter Busunternehmen Klingenfuß und die Wuppertaler Stadtwerke nahmen mit Erleichterung zur Kenntnis, dass keine technischen oder betrieblichen Ursachen für den Unfall ermittelt wurden. Gleichzeitig drücken die Geschäftsführungen aber auch ihr Bedauern darüber aus, dass die Ursache offenbar niemals aufgeklärt werden kann.

Außer dem Fahrer starben ein älteres Ehepaar aus Schwerte, ein 38-jähriger Mann und eine 80Jahre alte Frau aus Radevormwald. Die anderen sieben Fahrgäste wurden teilweise schwer verletzt. Unweit der Unfallstelle erinnert mittlerweile ein Gedenkstein an das schwerste Busunglück im Bergischen Land der Nachkriegszeit.

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