Jet geht in Flammen auf: Für 305 Menschen endet das Horrorszenario glimpflich – zwei Chinesinnen jedoch sterben.

Absturz
Die ausgebrannte Boeing 777 zeigt nach den Löscharbeiten das Ausmaß des Unglücks. Die Notrutschen haben vielen Passagieren das Leben gerettet.

Die ausgebrannte Boeing 777 zeigt nach den Löscharbeiten das Ausmaß des Unglücks. Die Notrutschen haben vielen Passagieren das Leben gerettet.

Reuters

Die ausgebrannte Boeing 777 zeigt nach den Löscharbeiten das Ausmaß des Unglücks. Die Notrutschen haben vielen Passagieren das Leben gerettet.

Berlin. Nichts auf dem mehr als zehn Stunden dauernden Flug deutete darauf hin, dass die letzten Sekunden in einer Katastrophe enden werden. Keine Warnung aus dem Cockpit, kein Tonsignal, kein Rumpeln – alles Routine. Das Fahrwerk hat schon fast die Landebahn berührt, als es einen heftigen Knall gibt und die Maschine ins Schleudern gerät. Wenige Minuten später liegt die Boeing 777 auf der Landebahn in San Francisco – ausgebrannt, voller Löschschaum, das Heck abgerissen. Trümmerteile überall. 305 Menschen haben die Bruchlandung der aus Südkorea kommenden Maschine überlebt. Doch für zwei chinesische Schülerinnen endet die Sommerreise in die USA mit dem Tod.

Den meisten geht es nach dem Unglück tatsächlich gut, und viele empfinden das angesichts der Horror-Bilder von dem verkohlten Wrack als ein Wunder. „Das hätte viel schlimmer sein können“, sagt der Bürgermeister der Stadt, Ed Lee. „Wir haben sehr viel Glück gehabt.“ Dutzende weitere Passagiere sind verletzt, manche haben innere Blutungen. „Es ist ein außerordentlicher, ein tragischer Tag“, sagt die Chefin von San Franciscos Feuerwehr, Joanne Hayes-White.

„Habe mich seit 9/11 nicht mehr so gefühlt.“

David Eun, Passagier

Die Katastrophenhilfe hat aber offensichtlich funktioniert. Benjamin Levy, der laut der lokalen Zeitung „San Francisco Chronicle“ in der 30. Reihe der Unglücksmaschine gesessen hat, nennt die Evakuierung überraschend geordnet. Teile des Airports werden umgewidmet in ein Auffangzentrum für die Opfer. Passagiere berichten am Abend von ganz normale Geschäftigkeit an den Schaltern.

Doch hinter den Kulissen läuft die Ursachensuche auf vollen Touren. „Wir wollen verstehen, was passiert ist“, sagt die Vorsitzende der US-Transportsicherheitsbehörde NTSB, Debbi Hersman. Spekulationen machen die Runde. Wie konnte es mit der modernen Maschine einer etablierten Fluggesellschaft unter strahlend blauem Himmel überhaupt zu so einer Katastrophe kommen?

Einen Terroranschlag schließt das FBI schnell aus

Mehreren Augenzeugen zufolge hat das Flugzeug zu früh zur Landung angesetzt. „Das Fahrwerk war zu schnell zu weit unten“, sagt Hersman. Die Räder hätten ein Hindernis gerammt, danach sei das Flugzeug auseinandergebrochen. Einige Crew-Mitglieder und Passagiere im Heckteil werden dabei herausgeschleudert, die meisten aber können sich über Notrutschen retten.

„Bin gerade auf SFO bruchgelandet. Heck abgerissen. Den meisten scheint es gutzugehen. Mir geht’s gut“, twittert der Passagier David Eun. „Habe mich seit 9/11 nicht mehr so gefühlt“ – den Terroranschlägen vom September 2001 in den USA. Einen Terroranschlag schließt das FBI rasch aus. Auch der Passagier Levy bemerkt nach eigener Aussage, dass die Maschine zu steil anflog: „Ich sehe die Landebahn nicht, ich sehe nur Wasser. Wir sind viel zu tief.“ Man hoffe nun, dass eine Befragung des Piloten in den kommenden Tagen Klarheit bringe, sagt Hersman.

Facebooks Vizechefin Sheryl Sandberg und ihre Familie wären um ein Haar an Bord des Flugzeugs gewesen. Sie hat kurz vorher umgebucht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer