Berlin (dpa). Mehr als sechs Jahre nach der lebensgefährlichen Misshandlung eines Zechkumpanen sitzt seit Mittwoch ein 41-jähriger Brite auf der Anklagebank in Berlin. Der Angeklagte berief sich zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht auf Erinnerungslücken.

Er habe oft mit dem Freund am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg getrunken. Er wisse nicht mehr, was am 27. Oktober 2004 passiert sei, erklärte der im schottischen Glasgow geborene Mann. Der Freund des Angeklagten erlitt einen Schädelbruch und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Drei Wochen später war der Mann außer Lebensgefahr. Inzwischen starb der Mann in seiner Heimat.

Den Ermittlungen nach soll er damals Streit unter einer Gruppe von Trinkern provoziert haben. Mit den Worten «Es reicht» soll der Angeklagte den Freund mit der Faust zu Boden geschlagen und ihm mehrere Tritte gegen den Kopf versetzt haben. Nach Aussagen des 41-Jährigen war sein Freund ein ruhiger Mensch, aber gewalttätig, wenn er trank.

Der Angeklagte hatte Deutschland Ende 2004 verlassen. Eigenen Angaben nach hatte er nie wieder etwas von dem Landsmann gehört. Dass nach ihm gefahndet wurde, hatte der Mann erst erfahren, als er einen neuen Pass beantragte. Ende Juli wurde der Brite nach Berlin überstellt.

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