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Ein Binnenschiff fährt auf der Elbe bei Schönebeck (Sachsen-Anhalt) am Mittwoch (06.01.2010). Raureif bei Temperaturen von Minus 15 Grad hat die Landschaft weiß überzuckert. Für die kommenden Tage haben die Meteorologen neuen Schnee angesagt, die Temperatur bleibt im Frostbereich.

Ein Binnenschiff fährt auf der Elbe bei Schönebeck (Sachsen-Anhalt) am Mittwoch (06.01.2010). Raureif bei Temperaturen von Minus 15 Grad hat die Landschaft weiß überzuckert. Für die kommenden Tage haben die Meteorologen neuen Schnee angesagt, die Temperatur bleibt im Frostbereich.

dpa

Ein Binnenschiff fährt auf der Elbe bei Schönebeck (Sachsen-Anhalt) am Mittwoch (06.01.2010). Raureif bei Temperaturen von Minus 15 Grad hat die Landschaft weiß überzuckert. Für die kommenden Tage haben die Meteorologen neuen Schnee angesagt, die Temperatur bleibt im Frostbereich.

Offenbach. Deutschland ist laut dem Deutschen Wetterdienst derzeit der Eisschrank Mitteleuropas. "Das ist ein absoluter Ausnahmewinter", heißt es auch vom Streusalzproduzenten "esco" in Hannover. Was viele Kinder und Skifahrer freut, könnte Autofahrern in Nordrhein-Westfalen am kommenden Wochenende einen dicken Strich durch die Rechnung machen.

Weitere Schneefälle von bis zu 25 Zentimetern Neuschnee sogar im sonst eher schneearmen Westen sind angekündigt - und das Streusalz ist vielerorts schon jetzt knapp.

Städte und Kommunen müssen gut haushalten. In Oberhausen ist das Streusalz am Mittwoch bereits ausgegangen. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt (WBO) müssen die Streufahrzeuge bereits mit Granulat und Sand befüllen, um die Lieferengpässe beim Streusalz zu überbrücken, sagte Heinz van Gemmeren, kaufmännischer Leiter der WBO am Mittwoch.

"Wir sind im Moment dabei, alles abzutelefonieren, um irgendwo in Europa an Streusalz zu kommen." Wann die nächste Lieferung kommt, ist völlig unklar.

Zuerst werden die Autobahnmeistereien mit Streusalz versorgt

Zuerst werde der Landesbetrieb Straßen NRW mit Salz versorgt, damit die Autobahnen und Fernstraßen von Schnee und Eis befreit werden können, sagt Holger Bekemeier von "esco". Danach seien die Städte und Kommunen an der Reihe und erst dann Baumärkte und andere Verkaufsstellen.

Bei Straßen NRW ist noch keine Hektik zu spüren. "Wir sind gut ausgerüstet. Die Autobahnmeistereien haben rund um die Uhr Bereitschaft", so Bernd Löchter von Straßen NRW am Mittwoch. Über die Hälfte der eingelagerten Streusalzmenge, etwa 70 000 Tonnen, sei aber schon weg.

"Streusalz ist aus" hören in diesen Tagen Hausbesitzer in zahlreichen Baumärkten. "Wir haben kein Streugut mehr und kriegen auch nichts mehr rein", sagte eine Mitarbeiterin eines Düsseldorfer OBI-Baumarktes am Mittwoch. Von einer Essener Bauhaus-Filiale hieß es am Mittwochvormittag "Wir sind gerade erst beliefert worden. Das reicht aber nur für etwa eine halbe Stunde."

Engpässe gibt es auch bei Schlitten. Wer am Wochenende raus will zum Rodeln, der hat hoffentlich noch einen alten Schlitten im Keller. "Holzschlitten sind aus", bekommt man bei OBI, Praktiker und Co. im Moment häufig zu hören.

Schlitten sind größtenteils ausverkauft

Das kann auch der Inhaber eines des größten Spielwarengeschäftes in Düsseldorf, Cornelius Kolmstetter, bestätigen: "Wir sind seit Dezember komplett ausverkauft. Das konnten wir bei der Bestellung im Sommer nicht ahnen. Wir haben ja nur alle fünf Jahre so ein Winterwetter."

Auch in den NRW-Zoos haben die eisigen Temperaturen den Alltag verändert. Erdmännchen drängen sich unter der Heizlampe, Nashörner brauchen Erkältungsmedizin und viele Raubkatzen müssen aus Sicherheitsgründen in den Käfigen bleiben, weil die Absperrgräben rund um ihre Gehege zugefroren sind.

Bei den Hoteliers und Liftbetreibern in den Wintersportgebieten im Sauerland lässt das beständige Winterwetter die Kassen klingeln. "Wir sind rundherum zufrieden", sagte der Sprecher des Skilift- Verbandes Sauerland, Meinolf Pape, am Mittwoch in Winterberg. Auf dem Kahlen Asten wurden bisher 26 Zentimeter Naturschnee gemessen und ganz sicher kommt noch einiger Schnee dazu.

Schnee und Wind kommen auf Deutschland zu

Denn Wetterforscher sehen eine "sehr brisante Mischung" mit winterlichen Unwettern auf Deutschland zukommen: Das Tief "Daisy" zieht zum Wochenende vom Mittelmeer nach Nordosten Richtung Polen.

Es ist "vollgepumpt mit Feuchtigkeit", so dass in der kalten Luft am Freitag im Süden und Osten Deutschlands viel Schnee fallenkann, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Hinzu komme ein stürmischer Wind, der für Schneeverwehungen sorgen könne. Das bringe am Freitag und Samstag Unwettergefahr.

Am Donnerstag kann es im Nordosten etwas schneien und die Temperaturen klettern nicht über minus acht bis minus zwei Grad. Die Nacht zum Freitag bringt vor allem im Süden viele Wolken. Das Thermometer zeigt minus 6 bis minus 15 Grad an.

Es bleibt frostig im Land

Besonders in höheren Lagen kann es am Freitag und am Wochenende zu Sturmböen aus Nordosten kommen. Es bleibt frostig mit Temperaturen zwischen minus einem und minus sechs Grad. Im Norden und Nordwesten fallen bei einer Mischung aus Sonne und Wolken nur vereinzelt ein paar Flocken.

Stark bewölkt bleibt es am Samstag. Dabei kommt es immer wieder zu Schneefällen, die teilweise recht ergiebig sein können. Im Osten und Südosten ist der meiste Schneefall zu erwarten. Im Nordwesten dagegen ist es weniger.

Bei starkem bis stürmischen Nordostwind bleibt regional die Unwettergefahr durch Schneeverwehungen. Leichter bis mäßiger Dauerfrost schwankt zwischen minus einem und minus sechs Grad. Nach Nordosten hin kann die Temperatur auch um den Gefrierpunkt liegen

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