Angehörige von Häftlingen warten nach dem Ende der Gefängnisrevolte auf Nachrichten. Foto: Edmar Barros
Angehörige von Häftlingen warten nach dem Ende der Gefängnisrevolte auf Nachrichten. Foto: Edmar Barros

Angehörige von Häftlingen warten nach dem Ende der Gefängnisrevolte auf Nachrichten. Foto: Edmar Barros

Rauchwolken über dem Gefängnis Anísio Jobím in Manaus. Nach Ende der Revolte wurden fast 60 Tote gezählt. Foto: A Critica / Xinhua

Die Frau eines getöteten Häftlings weint vor dem Gefängnis Anísio Jobím in Manaus. Foto: Edmar Barros

dpa, Bild 1 von 3

Angehörige von Häftlingen warten nach dem Ende der Gefängnisrevolte auf Nachrichten. Foto: Edmar Barros

Manaus (dpa) - Als Reaktion auf die Gefängnisrevolte in Brasilien mit 56 Toten sind Berichten zufolge knapp 130 Häftlinge mit Verbindungen zu einer der beteiligten Banden in eine andere Anstalt verlegt worden.

Sie hätten Todesdrohungen erhalten und seien in ein Gefängnis im Zentrum der nordbrasilianischen Stadt Manaus gebracht worden, das erst im Oktober geschlossen worden sei, berichtete das Portal «O Globo» am Montagabend (Ortszeit).

Die Meuterei in dem Gefängnis Anísio Jobím war am Sonntag ausgebrochen, als rivalisierende Häftlingsgruppen aneinander gerieten - mutmaßlich ging es um die Kontrolle des Drogenhandels in der Anstalt. Zwölf Gefängniswärter und zahlreiche Häftlinge wurden nach Angbaen der Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Amazonas zeitweise als Geiseln genommen. Geköpfte Leichen von sechs Inhaftierten wurden Berichten zufolge von Aufständischen aus dem Gebäude geworfen.

Erst nach 17 Stunden konnten die Sicherheitskräfte die Kontrolle über die Haftanstalt wiedergewinnen. Örtlichen Medienberichten zufolge flüchteten 112 Häftlinge.

Bei einer weiteren Meuterei in einer nur 100 Meter entfernten anderen Haftanstalt konnten 87 Gefangene flüchten. Laut «O Globo» wurden bis Montagabend 40 der insgesamt fast 200 Flüchtigen wieder eingefangen. Auch in einem dritten Gefängnis in unmittelbarer Nähe gab es einen Aufstand, diesen unterdrückten die Sicherheitskräfte allerdings rasch. Die drei Revolten waren nach Regierungsangaben koordiniert.

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