Unglaubliche Tragödie: Ein Schützenfest wird mit Böllerschüssen aus Kanonen eröffnet. Stücke der Kanonen lösen sich. Ein Teil trifft den amtierenden Schützenkönig und tötet ihn. Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Blick auf die Schützenhalle Marsberg. Ein Metallteil, das sich beim Kanonenshuss gelöst hatte, war durch ein Fenster des Gebäudes gedrungen.
Blick auf die Schützenhalle Marsberg. Ein Metallteil, das sich beim Kanonenshuss gelöst hatte, war durch ein Fenster des Gebäudes gedrungen.

Blick auf die Schützenhalle Marsberg. Ein Metallteil, das sich beim Kanonenshuss gelöst hatte, war durch ein Fenster des Gebäudes gedrungen.

Henning Otte

Blick auf die Schützenhalle Marsberg. Ein Metallteil, das sich beim Kanonenshuss gelöst hatte, war durch ein Fenster des Gebäudes gedrungen.

Marsberg (dpa).  Bei der Eröffnung eines Schützenfestes mit Kanonenböllern ist der amtierende Schützenkönig von einem Kanonenteil tödlich getroffen worden. Nach Polizeiangaben wurden drei gusseiserne Kanonen beim sogenannten Anböllern in Marsberg im Sauerland gezündet. Wegen des Drucks seien Metallteile von zwei Kanonen nach hinten geschleudert worden, wo auch Freunde, Familie und Hofstaat des Schützenkönigs standen, teilte die Polizei mit. Eines der Teile habe den 30 Jahre alten Mann getroffen.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. «Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an», sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis am Sonntag in Meschede der Deutschen Presse-Agentur. Dabei prüften die Beamten auch, wann nach dem schockierenden Ereignis in Marsberg am Samstag mit der Vernehmung von Zeugen begonnen werden könne.

Noch während der Behandlung im Krankenhaus starbder Schützenkönig den Angaben zufolge an seinen Verletzungen. Die Kanonen wurden nach ersten Erkenntnissen von Mitgliedern eines anderen Vereins gezündet. Ein Seelsorger und ein psychologisch geschultes Notfallteam betreuten nach Angaben eines Sprechers 20 bis 30 geschockte Menschen. Laut Polizei gab es keine weiteren Verletzten. Das Fest wurde abgebrochen.

Der Schützenkönig habe in einer kleineren Gruppe mit drei, vier Leuten zusammengestanden. «Es hätte noch schlimmer kommen können», sagte Polizeisprecher Ludger Rath. Ob die Zeugenvernehmungen bereits am Sonntag beginnen können, hängt nach seinen Angaben davon ab, wie stark die Leute unter dem Eindruck des Geschehens stehen. «Sie müssen sich auch in der Lage fühlen, mit uns darüber zu sprechen», sagte Rath. Auch der technische Zustand der Kanonen werde bei den Ermittlungen eine Rolle spielen.
 
Zu weiteren Details des Unfallhergangs äußerte sich der Sprecher der Polizei bislang nicht. Beim Abfeuern von Böllerschüssen hielten nach früheren Angaben zwei Kanonen dem Druck nicht stand, Metallteile wurden nach hinten durch die Luft geschleudert. Der 30-jährige Schützenkönig wurde dabei so schwer verletzt, dass er wenig später in einem Krankenhaus starb. Der Schützenkönig habe in einer kleinen Gruppe mit drei, vier Leuten zusammengestanden. Andere Personen wurden aber nicht verletzt.

Der Sauerländer Schützenbund hat  seine Anteilnahme bekundet. «Es ist ein tragischer Unfall. Wir sind sehr, sehr traurig und fühlen mit den Angehörigen, mit der Ehefrau», sagte der Bundesgeschäftsführer des Sauerländer Schützenbundes (SSB), Wolfram Schmitz, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Der SSB werde in den nächsten Tagen Kontakt zur Schützenbruderschaft St. Magnus Niedermarsberg 1843 e.V. aufnehmen, zu der der Mann gehörte. Auf ihrer Homepage erklärte die Schützenbruderschaft, dass sie das diesjährige Schützenfest wegen des tödlichen Unfalls absagt.

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