Die Blitzer-Aktion in NRW war groß angekündigt. Einige Autofahrer hatten aber wohl nicht aufgepasst. Die Polizei sortierte einige Temposünder aus, die das Gaspedal kräftig durchgetreten hatten. Sie sollten künftig vorsichtiger sein. Es folgt noch mehr.

Radarkontrolle
Am Freitag wird scharf geblitzt.

Am Freitag wird scharf geblitzt.

Uwe Schinkel /dpa

Am Freitag wird scharf geblitzt.

Düsseldorf. Bei der größten Tempo-Kontrollaktion in Nordrhein-Westfalen sind am Freitag zahlreiche Autofahrer trotz Vorwarnung in den Medien mit Vollgas in die Radarfallen gefahren. In Duisburg sei ein Fahrer mit Tempo 102 unterwegs gewesen, obwohl nur 50 Stundenkilometer erlaubt waren, berichtete das NRW-Innenministerium am Freitag. Ein anderer Chauffeur raste innerorts in Düsseldorf mit 95 Stundenkilometern durch eine Kontrolle. Die Kölner Polizei erwischte auf der Autobahn einen Fahrer mit 160 Stundenkilometern bei erlaubten 100. Allein auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Düsseldorf registrierte die Polizei 398 Verstöße. Elf Fahrverbote wurden dort ausgesprochen.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagierte empört auf die Raser. Das sei mörderisch und unverantwortlich, sagte er an einer Kontrollstation in Duisburg. Dort war er am Mittag selbst in den Einsatz gegangen. Jäger zeigte sich ingesamt zufrieden mit der Aktion. Sinn des ganzen sei gewesen, dass jeder über seine Fahrweise nachdenke. Auf die Einsicht von Autofahrern will das Ministerium aber nicht allein setzen. In Zukunft werden es verstärkt Kontrollen geben, sagte ein Sprecher. Das sei Teil der Strategie. Davon geht auch die Gewerkschaft der Polizei aus. Sie erwartet nicht nur mehr Kontrollen, sondern auch, dass die Autofahrer vor Ort angesprochen und belehrt werden.

Allgemein zeigten sich die Verkehrsteilnehmer diszipliniert. Der „Blitz-Marathon“ war als Reaktion auf die wieder gestiegene Zahl von Verkehrstoten breit angekündigt worden. „Die Autofahrer sind merkbar sensibel“, berichtete ein Sprecher des Innenministeriums. Von 6.00 Uhr an hatte die Polizei im ganzen Land die Geschwindigkeit überwacht. Polizei und Kommunen wollten 24 Stunden lang mit 3000 Beamten an insgesamt 1400 Orten kontrollieren. Das Innenministerium hatte zuvor eine Liste mit den Messstellen veröffentlicht.

Der Dauerfrost war offenbar kein Hindernis für die Radarkontrollen. Jäger versicherte, dass es genügend Radarmessgeräte in Streifenwagen gebe, die auch bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius funktionieren würden. Das Landesamt für polizeiliche Dienste hatte die Beamten zuvor darauf hingewiesen, dass Tiefsttemperaturen die Einsatzfähigkeit der Blitzer beeinträchtigen könnten.

Jäger hatte den „Blitz-Marathon“ als Reaktion auf die erstmals seit Jahren im vergangenen Jahr wieder gestiegene Zahl von Unfalltoten in Nordrhein-Westfalen angeordnet. „Ziel unserer Aktion sind nicht mehr Knöllchen, sondern weniger Verkehrstote“, betonte er.

Über die Internetadresse www.24h-blitz-marathon.de lässt sich herausfinden, wo Radarkontrollen geplant sind. Hier finden Sie eine Karte, mit Blitzerstandorten im WZ-Land. dpa/tsn
 

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