Drei kleine Jungen kommen bei einem Feuer in Aachen um. Die Eltern überleben.

Brand
Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen: In dem Haus kommen drei Jungen ums Leben.

Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen: In dem Haus kommen drei Jungen ums Leben.

dpa

Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen: In dem Haus kommen drei Jungen ums Leben.

Aachen. Es ist dieser Moment, den die Feuerwehrleute gefürchtet haben: Einen kleinen Körper nach dem anderen holen sie aus dem noch rauchenden Haus. Drei Stunden haben sie das Feuer in dem Einfamilienhaus gelöscht. Jeder von ihnen wusste: Darin befinden sich noch kleine Kinder. Für diese kleinen Jungs ist alles zu spät. Über einen Hubwagen ziehen die Wehrleute die leblosen Körper der zwei, vier und sechs Jahre alten Brüder über das Dach heraus. Sie lagen alle zusammen unter dem Fenster des Kinderzimmers im ersten Stock.

Der unendlich traurige Einsatz begann am Mittag. Eltern haben bei dem Unglück auf grausame Weise drei kleine Kinder verloren. Sie selbst überlebten, körperlich beinahe unverletzt, aber seelisch tief schockiert, sagt Polizeisprecher Paul Kemen.

Ursache ist völlig unklar – ein Anschlag war es aber nicht

Stunden später gibt es nicht mal den Hauch einer Vermutung, was zu dem Unglück führte: technischer Defekt, Spiel mit dem Feuer, eine andere Unachtsamkeit – niemand weiß es. Ein krimineller Akt wird ausgeschlossen.

Albert Wehren steht in der Kälte und erzählt sich die Eindrücke von der Seele. Wehren ist Eigentümer des Unglückshauses. Er hat es im August an die Familie vermietet, wie er sagt. Die Familie sei aus Süddeutschland gekommen, im August eingezogen. Mit seiner Frau räumte Wehren gerade den Mittagstisch ab, als er beim Blick aus dem Fenster den Rauch sah. „Da schlugen auch schon die Flammen aus dem Fenster“, schildert er. Seine Frau alarmierte die Feuerwehr. Er packte den Feuerlöscher und rannte rüber.

„Der Vater kam mir entgegen und rief: ,Feuer, Feuer. Die Kinder, die Kinder’.“ Die Frau und das kleinste Kind hätten draußen gestanden. Verzweifelt habe sich der Mann den Feuerlöscher gepackt, sei wieder ins Haus und die Treppen hoch. Die Flammen hätten ihn zurückgedrängt. Dann war der Feuerlöscher leer. Verzweifelter Rückzug. Drei Kinder sind im oberen Stockwerk, eingeschlossen von den Flammen, die Eltern unten in Sicherheit, hilflos. Dann ist die Feuerwehr mit einem Großaufgebot da.

Drei Stunden brauchte die Feuerwehr, um die Flammen in der Doppelhaushälfte aus den 60er Jahren zu löschen. Immer wieder loderten die Flammen auf. Am Ende lag ein Teil des verkohlten Dachstuhls frei, dem äußerlich am schlimmsten zerstörten Teil des Hauses. Das Dach droht einzustürzen.

Einige Feuerwehrleute haben selbst Kinder in dem Alter der Opfer. Gleich nachdem sie die Kinder geborgen hatten, wurden sie auf der Wache betreut.

Im Erdgeschoss waren das Schlafzimmer der Eltern und des kleinsten Sohns, Küche und Esszimmer, erzählt der Eigentümer. Auf der ersten Etage und im ausgebauten Speicher waren weitere Kinderzimmer.

Das Ehepaar hatte sechs Kinder, alles Jungen. Zwei davon waren in der Schule, als die Tragödie passierte. Es mutet wie Glück an. Aber an so einem Tag mag man nicht von Glück sprechen.

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