Offenbach. Wochenlang haben Schnee und Eis die Schlagzeilen beherrscht - dennoch geht der Winter 2009/10 in Deutschland nicht als Rekord-Winter in die Statistik ein.

Mit einer Abweichung vom langjährigen Mittel um 1,5 Grad nach unten rangiert er bloß auf Platz 20 in der Reihe der kältesten Winter seit 1901, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Freitag mitteilte.

Viel kälter war es 1962/63, als die Durchschnittstemperatur 5,7 Grad unter dem langjährigen Mittel lag. 1939/40 war es 5,2 Grad kälter als gewöhnlich. Der meteorologische Winter umfasst die Monate Dezember, Januar und Februar.

Ungewöhnlich waren die Schneemassen, die sich im Norden und Nordosten auftürmten und zwischendurch nicht wegtauten. Dies lag an den besonders häufigen Wetterlagen mit kalten, nördlichen Winden im Dezember und mit östlichen Winden im Januar. Dazwischen brachten Tiefdruckgebiete vom Atlantik immer wieder neuen Schnee.

In Mecklenburg-Vorpommern lag zeitweise über ein halber Meter Schnee. Berlin lag nach Angaben des DWD 59 Tage lang, vom 30. Dezember bis zum 26. Februar, ununterbrochen unter Schnee. Zum Vergleich: Im strengen Winter 1962/63 waren es 70 Tage. Mit rund 173 Litern pro Quadratmeter blieb die Niederschlagsmenge insgesamt aber um vier Prozent unter dem Normalwert.

Die Sonne kam seit Anfang Dezember kaum zum Zuge. Mit durchschnittlich 113 Stunden registriert der DWD den sonnenscheinärmsten Winter seit mindestens 40 Jahren. Besonders trübe war es oft im Mittelgebirgsraum. So kamen im Spessart lediglich etwa 44 Sonnenstunden zusammen, in Oberstdorf im Alpenvorland dagegen 238 Stunden.

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