Täter wurden nach kurzer Flucht gefasst. Einer der beiden war vom Unterricht suspendiert worden.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zu einer Hauptschule in Bergkamen an, in der eine Lehrerin von zwei 14 und 16 Jahre alten Jungen mit einer Schusswaffe bedroht und geschlagen worden war.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zu einer Hauptschule in Bergkamen an, in der eine Lehrerin von zwei 14 und 16 Jahre alten Jungen mit einer Schusswaffe bedroht und geschlagen worden war.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zu einer Hauptschule in Bergkamen an, in der eine Lehrerin von zwei 14 und 16 Jahre alten Jungen mit einer Schusswaffe bedroht und geschlagen worden war.

dpa

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zu einer Hauptschule in Bergkamen an, in der eine Lehrerin von zwei 14 und 16 Jahre alten Jungen mit einer Schusswaffe bedroht und geschlagen worden war.

Bergkamen. Schock in der Deutschstunde einer neunten Klasse der Bergkamener Heideschule. Zwei bewaffnete Jugendliche stürmten am Vormittag in den Unterricht, bedrohten die Lehrerin mit einer Schreckschusswaffe und schlugen der wehrlosen Frau brutal ins Gesicht. Bereits nach einer kurzen Flucht konnten die Täter in der Nähe der Schule gefasst werden.

Der Hausmeister der Hauptschule hatte im Auftrag des Rektors die Polizei alarmiert, als der 16 Jahre alte Haupttäter - ein vorübergehend suspendierter Neuntklässler der Schule - auf dem Gelände auftauchte und nicht auf den Rektor reagierte.

"Ich habe ihm noch zugerufen, er soll das Gelände verlassen", sagte Schulleiter Rüdiger Weiß der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)", "aber der Junge marschierte einfach weiter in das Gebäude. Da habe ich den Hausmeister gebeten, die Polizei anzurufen.” Dieser Notruf sollte nur dazu dienen, den Jugendlichen vom Schulgelände zu entfernen. Doch der Fall eskalierte.

16-Jähriger schlägt junge Lehrerin gezielt ins Gesicht

Der Jugendliche war vermutlich außer sich, weil er wegen vorangegangener verbaler Drohungen für diese Woche vom Unterricht suspendiert war. Zusammen mit dem 14-Jährigen, der laut Schulamt nicht die Heideschule besucht, stürmte er den Klassenraum am Ende eines Seitenflügels. Gezielt schlug der 16-Jährige der jungen Lehrerin ins Gesicht.

"Er hat unsere Lehrerin am Hals festgehalten, ihr zweimal vor den Kopf geschlagen und sie beschimpft und beleidigt”, erzählte später ein Mädchen aus der Klasse der WAZ. "Er ist schon mit der gezückten Waffe ins Klassenzimmer gekommen und hat gegen die Decke gefeuert”, berichtete ein Klassenkamerad. Dabei habe der Täter die Lehrerin beschimpft: "Halt die Fresse, du Schlampe.” Denn die Lehrerin hatte den Kindern panisch zugerufen: "Rennt schnell raus.”

An drei Schulen im Kreis Mettmann hat es gestern Bombendrohungen gegeben. Die Gebäude wurden gegen Mittag von der Polizei geräumt und durchsucht. Auch Bombenspürhunde sollen im Einsatz gewesen sein. Polizeisprecher Ulrich Löhe: "In allen Fällen haben sich die Hinweise als falsch erwiesen." Gegen 14.30 Uhr seien die polizeilichen Durchsuchungen dann beendet worden.

Betroffen von den Bombendrohungen waren zwei Schulen in Monheim und eine Schule in Hilden. Der unbekannte Täter, der gebrochenes Deutsch sprach, soll sich mehrfach per Telefon bei den Schulen gemeldet und behauptet haben, dass sich Sprengkörper in den Schulgebäuden befänden. Die Drohanrufe erfolgten mit unterdrückter Nummer, die aber nach Polizeiangaben dennoch nachverfolgt werden kann.

Angesichts der zunächst unklaren Lage rückte die Polizei mit einem Sondereinsatzkommando an und räumte die in einem modernen Flachbau in der Nähe der A2 untergebrachten Schule. Die Schüler und Lehrer wurden sofort in einer Grundschule rund einen Kilometer vom Tatort entfernt in Sicherheit gebracht und psychologisch betreut. Fahrräder und Autos blieben verwaist an der in aller Eile verlassenen Hauptschule zurück.

Nach dem Zwischenfall musste sich die Deutschlehrerin mit Prellungen in einem Krankenhaus behandeln lassen. Wie auch die Lehrerin erlitten zwei Schülerinnen einen Schock.

Bereits heute soll die Heideschule wieder geöffnet werden. Deutsch, Mathematik und Englisch werden dann jedoch zunächst noch nicht wieder auf dem Stundenplan stehen. Nur von 10 bis 12 Uhr soll geöffnet sein. Schüler und Lehrer müssen erst den Schock verarbeiten.

Der Haupttäter hatte noch bis zur nächsten Woche Hausverbot

Der Haupttäter wird die Schule wohl nicht wieder betreten dürfen. "Ich gehe davon aus, dass der Schüler die Schule nicht mehr besuchen wird", sagte Schulleiter Weiß, der dem 16-Jährigen bislang Sportunterricht erteilt hatte.

"Der Junge hatte schon einen schriftlichen Verweis herhalten und war dann eine Woche von der Schule verwiesen worden. Er hatte Hausverbot”, so Weiß. Was der Jugendliche genau angestellt hatte, wollte er nicht sagen: "Er hat sich nicht an die Regeln gehalten und durfte bis nächsten Montag das Schulgelände nicht betreten.”

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