Masche wird bundesweit angewendet. Polizei warnt vor „ungebetenen Begrüßungspaketen“.

Ermittlung
Eine der betroffenen Packstationen in St. Tönis.

Eine der betroffenen Packstationen in St. Tönis.

Lübke

Eine der betroffenen Packstationen in St. Tönis.

Tönisvorst/Krefeld. Eine professionell organisierte Bande hat den Paketdienst der Deutschen Post (DHL) betrogen. Ein jetzt in Tönisvorst im Kreis Viersen bekanntgewordener Fall ist dabei möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs. „Über die genaue Anzahl der Fälle können wir noch keine Angaben machen. Es laufen Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Harald Moyses. Das Kriminalkommissariat in Kempen beziffert den bisher bekannten Schaden im Kreis Viersen auf „etliche tausend Euro“.

Die vier 23 und 24 Jahre alten Täter (einer aus Willich, drei aus Krefeld) gingen dabei nach einer Masche vor, die bundesweit immer häufiger angewendet wird. Als Haupttäter ermittelte die Polizei einen 23-Jährigen. Er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Bei Durchsuchungen wurde bei dem Mann „umfangreiches Beweismaterial gefunden, das auf die Vorbereitung weiterer Straftaten der gleichen Art hinwies“.

Die Vorgehensweise der Täter ist dabei immer ähnlich: Sie lassen sich unter falschem Namen (reale Adressen von Bürgern) Waren über die Packstationen von DHL zustellen. Dadurch umgehen sie es, die dafür fälligen Gebühren zu bezahlen.

Zudem gehen wohl auch die Rechnungen der Unternehmen, die die Waren über DHL verschicken, an die betroffenen Bürger. Über die genaue Vorgehensweise hüllt sich die Polizei in Schweigen, um Nachahmern keine Hinweise zu geben.

Um den Betrug frühzeitig aufzuklären, bitten die Ermittler alle Bürger, die ungebeten ein „Begrüßungspaket“ von DHL erhalten, dies zur Polizei zu bringen und dort Anzeige zu erstatten. „Diese ,Begrüßungspakete’ werden zum Start an die Kunden verschickt, wenn diese die Lieferung an eine bestimmte Packstation beantragen“, erklärt der Polizeisprecher. „Diese Methode des Warenkreditbetrugs verzeichnet derzeit bundesweit steigende Fallzahlen“, so die Polizei.

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