Forschung: Weibliche Betrachter eines Kunstwerks nutzen beide Gehirnhälften, männliche nur eine. Grund: die Evolution.

Schön oder nicht schön? Hier arbeiten beide Hirnhälften.
Schön oder nicht schön? Hier arbeiten beide Hirnhälften.

Schön oder nicht schön? Hier arbeiten beide Hirnhälften.

dpa

Schön oder nicht schön? Hier arbeiten beide Hirnhälften.

Washington. Das weibliche Gehirn bewertet die Schönheit eines Kunstwerks anders als das männliche. Während bei Männern nur die rechte Hirnhälfte aktiv wird, nutzen Frauen beide Hirnhälften. Das berichtet eine internationale Forschergruppe von der Universität der Balearischen Inseln in Palma de Mallorca.

Die beobachteten Unterschiede seien vermutlich ein Resultat der evolutionären Aufspaltung menschlicher Gesellschaften in männliche Jäger und weibliche Sammler, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Für die Studie hatten je zehn männliche und weibliche Probanden verschiedene Malereien und Szenen des städtischen und ländlichen Lebens als "schön" oder "nicht schön" bewertet. Währenddessen überwachten die Forscher mit Hilfe eines sogenannten Magnetenzephalographen ihre Gehirnaktivität. Mit dieser Methode werden Veränderungen in den Magnetfeldern des Hirns gemessen, die durch Nervenaktivitäten ausgelöst werden. Während bei Frauen beide Hirnhälften aktiviert wurden, beschränkte sich die Aktivität bei Männern auf den rechten Scheitellappen.

Solche geschlechtsspezifischen Unterschiede sind auch von anderen Wahrnehmungsprozessen bekannt. Hirnforscher vermuten, dass Frauen räumliche Beziehungen eher kategorisch einteilen (oben und unten, vor und hinter, innen und außen), während Männer wie in einem Koordinatensystem exakte Distanzen zwischen Objekten abspeichern.

Dies sei vermutlich bei der frühen Aufgabenteilung in menschlichen Gesellschaften von Vorteil gewesen. Für die Koordinatensysteme sei vorrangig die rechte Hirnhälfte zuständig, während die Kategorien eher in der linken Hirnhälfte gebildet würden, schreiben die Forscher. Vermutlich sei die Wahrnehmung von Schönheit an die selben Prozesse im Gehirn geknüpft. Red

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