Aber im Remscheider Gefängnis galt der Täter als Musterhäftling.

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Klaus-Dieter H. in einem Video aus dem Jahr 1991.

Klaus-Dieter H. in einem Video aus dem Jahr 1991.

Express/Classen

Klaus-Dieter H. in einem Video aus dem Jahr 1991.

Düsseldorf/Remscheid. 15. Juni 1991: In Düsseldorf-Wersten wird am Abend in einem Garten ein 50. Geburtstag gefeiert. Plötzlich geht ein Schauer nieder, die 80 Gäste flüchten ins Party-Zelt. Schnell fällt auf, dass die neunjährige Susanne fehlt. Das behinderte Mädchen hatte beim Kellnern geholfen.

Während die anderen Gäste der Grillparty nach dem Kind suchen, wird der Dachdecker Klaus-Dieter H. im Badezimmer von seiner Frau dabei entdeckt, wie er versucht, Blutspritzer von seinem Hemd zu beseitigen. Er sagt, er habe sich geprügelt.

Die Suchaktion nach der Neunjährigen ist zunächst erfolglos. Kurz nach Mitternacht rufen Susannes Eltern deshalb die Polizei. Minuten später wird das Mädchen dann von einem Geburtstagsgast auf einer nahegelegnen Wiese gefunden. Das Kind blutet stark, wird in die Düsseldorfer Uni-Klinik eingeliefert. Die Diagnose: Quetschungen am Schädel, Prellungen am ganzen Körper, Verletzungen im Genitalbereich. Am nächsten Tag stirbt Susanne.

Klaus-Dieter H., den die Blutspuren auf seinem Hemd verraten, wird noch im Garten festgenommen. Zunächst weist er alle Vorwürfe von sich, doch dann gesteht der zweifache Familienvater die grausige Tat.

Dachdecker trat mit den Füßen gezielt gegen Kopf des Mädchens

Der damals 32-jährige H. hatte sich während der Party an das Nachbarmädchen herangemacht. Er hatte im Laufe des Abends rund 20 Bier getrunken. Susanne vertraute ihm, ging mit ihm mit. Auf der Wiese fiel der Dachdecker dann über das Mädchen her, vergewaltigte es. Das Kind schrie. H. trat der Neunjährigen daraufhin mit den Füßen gezielt gegen den Kopf. Der Arzt, der Susanne obduzierte, vor Gericht: "Solche Verletzungen haben ich noch nie gesehen."

Der Dachdecker wird im Mai 1992 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter: "Der Angeklagte mordete, um die Vergewaltigung zu vertuschen." 1995 kam H. in die Justizvollzugsanstalt Remscheid. Wegen der festgestellten besonderen Schwere der Schuld, kam er nicht schon nach 15 Jahren frei. Im Mai stand ein Haftprüfungstermin an, er hätte dann in einem Jahr freikommen können. Im Gefängnis galt H. als "angenehmer Zeitgenosse", die Anstaltsleitung bescheinigt ihm gute Führung.

Er arbeitete in der Bücherei, wirkte angepasst. Während der Haftzeit lernte der Düsseldorfer eine Verkäuferin aus dem Kreis Warendorf kennen, seit vier Jahren wurde er von der Frau in der JVA Remscheid besucht. Am Sonntag brachte H. die 46-Jährige um - es ist die zweite Tote, die er auf dem Gewissen hat. Die Frau hinterlässt ein Kind.

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