Zwei Helikopter der australischen Armee über der verwüsteten Ortschaft Grantham.
Zwei Helikopter der australischen Armee über der verwüsteten Ortschaft Grantham.

Zwei Helikopter der australischen Armee über der verwüsteten Ortschaft Grantham.

Freiwillige der State Emergency Services (SES) suchen nach Toten im Umkreis von Grantham.

Soldaten treffen in Grantham nahe Brisbane ein.

Australiens Ministerpräsidentin Julia Gillard kündigte an, dass sich 1500 Soldaten in Grantham an der Suche nach Toten helfen werden.

Mit schwerem Gerät beginnen Soldaten der australischen Armee mit den ersten Aufräumarbeiten im verwüsteten Grantham.

Am Vortag wurde ein weiteres Opfer des Hochwassers geborgen.

dpa, Bild 1 von 6

Zwei Helikopter der australischen Armee über der verwüsteten Ortschaft Grantham.

Sydney (dpa) - Schutt, Schlamm und Trümmer - die Australier in den Überschwemmungsgebieten packen zu und versuchen sich aus dem Schlamm zu kämpfen. Tausende Freiwillige unterstützen sie. Aber viele Menschen leben noch in Notunterkünften.

Verwüstete Städte, Schlamm auf Straßen und in den Häusern. Rund 7000 Freiwillige haben am Samstag die Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe im australischen Brisbane unterstützt. Die mit Schaufeln und Eimern ausgerüsteten Helfer wurden in tiefer gelegenen Viertel gebracht, wo nach dem Ablaufen des Wassers der Schlamm alles bedeckte. Die Schäden sind immens, deshalb hat die Regierung auch 1200 Soldaten nach Brisbane abkommandiert. Trotz der angelaufenen Hilfe harrten noch etwa 400 Menschen in Notunterkünften aus, wo sie vor der Flut in Sicherheit gebracht wurden.

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Campbell Newman wird es lange dauern, bis seine Stadt wieder sauber ist. «Wer dieses Wochenende nicht helfen kann, muss sich keine Sorgen machen, weil es noch viele Tage geben wird, an denen Hilfe sehr willkommen ist», sagte er.

Das Hochwasser des Brisbane Rivers war das Schlimmste seit über 36 Jahren. Die Fluten zerstörten oder beschädigten 17 000 Häuser und rund 3000 Geschäfte. Nach wie vor waren rund 30 000 Haushalte ohne Strom. 500 Elektriker aus anderen australischen Städten sollen nach Angaben des Versorgungsunternehmens Energex helfen, die Häuser zu überprüfen und schnell wieder ans Netz anzuschließen. Erst wenn die Sicherheit der Bewohner gewährleistet ist, können sie in ihre Wohnungen zurück.

Im gesamten Bundesstaat Queensland sind durch das Hochwasser der vergangenen zwei Wochen mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Die Kosten durch die Flut gehen in die Milliarden. Die Investmentbank JP Morgan schätzt den Schaden auf umgerechnet rund 10 Milliarden Euro, die amerikanische Citigroup kommt gar auf knapp 15 Milliarden Euro.

Trotz der Katastrophe bleiben die Australier erstaunlich gelassen. Matthew Kirnast, den die Flut kurz vor seiner Hochzeit überraschte, sagte dem Sender ABC: Ob Sonnenschein oder Regen, er werde seine Geliebte heiraten, auch wenn sich die Trauung auf den kommenden Samstag verschiebt. «Es ist ein wenig surreal. Alles ist nass, der Geruch durchnässter Teppiche liegt in der Luft der Stadt, man kann ihm nicht entgehen. Aber davon abgesehen, ist alles bestens».

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