Bonn (dpa) - Die wichtigsten Bestände deutscher Archive werden zum Schutz vor Verlust bei Kriegen oder Katastrophen abgefilmt und zentral im Oberrieder Stollen im Schwarzwald eingelagert.

Auch die wichtigsten Bestände des Historischen Stadtarchivs in Köln sind dort nach Angaben des zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eingelagert. Seit 1961 haben sich die Bestände kontinuierlich erhöht, heute liegen in dem Stollen laut BBK 2000 Tonnen Mikrofilmmaterial mit insgesamt 870 Millionen Aufnahmen.

Pro Jahr werden laut BBK mehr als 15 Millionen Einzelaufnahmen von den «Sicherungsverfilmungsstellen» des Bundes und der Länder gemacht und im Oberrieder Stollen eingelagert. In langen speziell belüfteten Gängen lagern dort die Mikrofilme in Stahlbehältern. Im Gegensatz zu digitalen Daten können Mikrofilme in dem Stollen nach Angaben des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare über mehrere Jahrhunderte ohne schwerwiegende Schäden überdauern.

Die zentrale Einlagerung geht zurück auf die Haager «Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten» vom 14. Mai 1954, die von Deutschland und rund 90 weiteren Staaten ratifiziert worden ist. Schon in Friedenszeiten verpflichten sich die Unterzeichner, «die Sicherung des Kulturguts auf ihrem Gebiet gegen die absehbaren Folgen eines bewaffneten Konflikts vorzubereiten, indem sie alle Maßnahmen treffen, die sie für geeignet erachten».

Diese Vorsichtsmaßnahmen sind nun für die Kölner Archivare ein Glücksfall - auch wenn ein Archiveinsturz in Friedenszeiten bei der Haager Konvention sicher nicht bedacht wurde. Nach Angaben des BBK-Referatsleiters für Kulturgutschutz, Bernhard Preuss, wird nun zunächst ausgewertet, welche Kölner Archivalien im Schwarzwald als Sicherungsverfilmung liegen. Diese Filme sollen dann gehoben und dem Kölner Stadtarchiv für erneute Kopien zur Verfügung gestellt werden.

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