Zurück von der Suche
Bis sich das Wetter bessert, bleiben die Suchflugzeuge am Boden. Foto: Jason Reed

Bis sich das Wetter bessert, bleiben die Suchflugzeuge am Boden. Foto: Jason Reed

dpa

Bis sich das Wetter bessert, bleiben die Suchflugzeuge am Boden. Foto: Jason Reed

Chicago/Perth (dpa) - Malaysia Airlines und dem US-Flugzeugbauer Boeing droht nach dem Absturz von Flug MH370 eine Millionen-Klage. Eine Anwaltskanzlei aus Chicago will nach eigenen Angaben Schadenersatz für die Hinterbliebenen der verschollenen Passagiere erstreiten.

Unterdessen bleibt die Suche nach den Wrackteilen eine Geduldsprobe. Schlechtes Wetter zwang elf Suchflugzeuge am Donnerstag zur vorzeitigen Rückkehr an ihren Stützpunkt in Westaustralien.

Die Boeing 777-200 mit 239 Menschen an Bord war vor fast drei Wochen über dem Indischen Ozean verschwunden. Er mache einen Konstruktionsfehler am Cockpit für das Unglück verantwortlich, sagte der Anwalt Marvi Mateo von der US-Kanzlei Ribbeck Law Chartered.

«Experten haben uns bestätigt, dass ein Riss in der Außenhülle zu einem Druckabfall im Cockpit geführt haben könnte», sagte Mateo am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Kanzlei vertrete viele Hinterbliebene der Opfer, unter anderem Januari Siregar aus Indonesien, der das juristische Vorgehen eingeleitet habe. Eines seiner Familienmitglieder sei an Bord des Flugzeugs gewesen.

Die Anwaltskanzlei forderte von Boeing und Malaysia Airlines eine Liste von Dokumenten zur Einsicht. Mateo erhofft sich eine rasche Antwort der beiden Unternehmen. Bis eine Klage vor Gericht eingereicht werde, könnten noch einige Wochen vergehen, meinte der Anwalt. Ein Prozess werde vermutlich Jahre dauern.

Chinesische Versicherer haben unterdessen mit der Auszahlung von Entschädigungen an die Familien von Insassen des Flugzeugs begonnen. 32 Menschen an Bord waren über Chinas größten Versicherungskonzern China Life versichert, wie ein Unternehmenssprecher der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte. Das Unternehmen habe etwa die Hälfte der Entschädigungssumme von etwa neun Millionen Yuan (rund eine Million Euro) bereits überwiesen. Von den Passagiere der Unglücksmaschine waren fast zwei Drittel Chinesen.

Neue Fotos aus dem All nährten zwar die Hoffnung, Überbleibsel des Flugzeugs zu finden. Bergungskräften gelang es aber bis zum Donnerstag nicht, irgendwelche Teile aus dem wasser zu fischen. Auf französischen Satellitenaufnahmen war genau im Suchgebiet über viele Kilometer verbreitet eine Art Trümmerfeld entdeckt worden. Die Experten glauben, das 122 Teile von der Boeing 777-200 stammen könnten, die nach ihrer Überzeugung am 8. März nach einem stundenlangen Irrflug im Indischen Ozean abstürzte.

Das Suchgebiet liegt mindestens drei Flugstunden von jeder Landmasse entfernt. Es ist berüchtigt für schwere Stürme und aufgewühlte See mit meterhohen Wellen, oft erschweren tiefe Wolken die Sicht. Die Wetterbedingungen waren zu gefährlich für niedrige Überflüge. Dennoch: «Die Schiffe sind vor Ort geblieben und suchen weiter», teilte die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mit.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer