Die beiden Männer stehen im Verdacht, sich am "Dschihad" und möglichen Anschlägen beteiligen zu wollen.

Berlin. Auf dem Flughafen Köln-Bonn hat ein Sondereinsatzkommando der Polizei am Freitagmorgen zwei Terrorverdächtige festgenommen. Die beiden Männer im Alter von 23 und 24 Jahren wurden aus einer Maschine der Fluggesellschaft KLM geholt, die nach Amsterdam starten sollte.

Sie stünden im Verdacht, sich am "Dschihad" ("Heiligen Krieg") und möglichen Anschlägen beteiligen zu wollen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einen Zusammenhang mit der Fahndung nach zwei anderen mutmaßlichen Islamisten gibt es nach Auskunft der Bundesanwaltschaft nicht.

Dem LKA zufolge handelt es sich bei den Festgenommenen um einen einen 23-jährigen Somalier und einen 24-jährigen Deutschen, der in Somalias Hauptstadt Mogadischu geboren wurde. Die Verdächtigen sollen bereits Abschiedsbriefe hinterlassen haben. Nähere Angaben wollte der LKA-Sprecher nicht machen. Medienberichten zufolge fanden Ermittler die Briefe in der Wohnung der Männer. Die Verdächtigen standen demnach bereits seit Monaten unter Beobachtung.

Die mit rund 40 Passagieren besetzte KLM-Maschine sollte von Köln- Bonn nach Amsterdam fliegen, als die Ermittler um 6.55 Uhr zuschlugen. Die Festnahme sei völlig unspektakulär abgelaufen, hieß es beim LKA. Ein Flughafen-Sprecher sagte, die Maschine sei dann um 8.24 Uhr nach Amsterdam geflogen.

Die Bundesanwaltschaft sieht bislang keinen Ansatzpunkt für die Übernahme der Ermittlungen. Bei dem Zugriff handele es sich um eine Aktion in der Zuständigkeit der dortigen Polizei und Staatsanwaltschaft, sagte ein Sprecher in Karlsruhe.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe die Festnahme zudem nichts mit der Fahndung nach dem Deutschen Eric Breiniger und dem Libanesen Houssain Al Malla zu tun, sagte der Sprecher weiter. Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden hat bei der öffentlichen Fahndung nach diesen beiden Verdächtigen bereits mehr als 20 Hinweise erhalten. Die Informationen müssten nun ausgewertet werden, sagte eine BKA-Sprecherin in Wiesbaden.

Die Sicherheitsbehörde hatte am Donnerstag die Suche nach Breininger (21) und Al Malla (23) mit Hilfe der Öffentlichkeit eingeleitet. Die beiden sind möglicherweise aus dem pakistanisch- afghanischen Grenzgebiet nach Europa oder sogar schon nach Deutschland zurückgekehrt. Der aus dem Saarland stammende Breininger hatte vor wenigen Monaten in einem Internet-Video mit einem Selbstmordanschlag gedroht.

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