Knotenpunkt wird umgebaut, um Verkehrsströme zu entzerren. Sperrungen und weite Umwege sind die Folge.

Breitscheider Kreuz
$caption

$caption

Ratingen. Das Breitscheider Kreuz bei Ratingen ist ein Nadelöhr. Kaum ein Tag vergeht, an dem einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Region wegen Staus nicht in den Verkehrsnachrichten erwähnt wird.

Das soll sich ändern: Das Kreuz wird ab Ende des Monats umgebaut, die Verkehrsströme entzerrt. Bis Juli soll alles fertig sein. Solange brauchen die Autofahrer gute Nerven. Sie müssen wegen Sperrungen lange Umwege und immer wieder lange Staus in Kauf nehmen.

200 000 Fahrzeuge täglich, drei Autobahnen, 30 Spuren, ein Knoten, ein Dreieck und eine Anschlussstelle: Durch das Breitscheider Kreuz führt nicht nur die stark befahrene Autobahn A 3, dort kreuzt mit der A 52 auch die Hauptverbindung zwischen Düsseldorf und dem Ruhrgebiet, und es zweigt die A 524 nach Krefeld ab.

Die Staugefahr soll sich durch neue Verbindungen verringern

Mit Verbindungsrampen, Unter- und Überführungen werden die zigtausend Autos und Lkw in die verschiedenen Richtungen geleitet. Doch die vorhandenen Wege sind dem Verkehr nicht mehr gewachsen. Kernstück der fünf Millionen Euro teuren Arbeiten ist eine neue, direkte Verbindungsrampe mit zwei Fahrspuren von der A 3 (aus Richtung Oberhausen) zur A 52 in Richtung Düsseldorf.

An dieser Stelle entstehen derzeit die meisten Behinderungen und Staus, weil die von der A 3 abfahrenden und von der A 52 aus Essen kommenden Fahrzeuge sich auf engstem Raum sortieren müssen.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird die erste Baustelle im Kreuz eingerichtet. Dabei werden verschiedene Fahrspuren verengt, manche entfallen auch vorübergehend.

Die erste Sperrung steht vom 26. Januar bis Ende April an. Dann werden die Verbindungen von der A 3 (aus Richtung Köln) zur A 52 (Richtung Düsseldorf) und zur A 524 (Richtung Krefeld) gekappt. Die zweite Sperrung dauert vom 14. Februar bis Ende Juni: Dabei ist die Verbindung von der A 52 (aus Essen) zur A 524 betroffen. Ab 22. Februar stehen weitere Sperrungen an: Bis Ende April kann von der A 3 (aus Richtung Oberhausen) nicht auf die A 52 nach Essen gefahren werden, bis Anfang Mai gibt es keine direkte Anbindung der A 3 (aus Oberhausen) an die A 52 (nach Düsseldorf) und die A 524 (nach Krefeld).

Der Verkehr aus Köln nach Krefeld wird in Ratingen-Ost abgeleitet und über die A 44 und die A 52 (Kreuz D-Nord) zum Breitscheider Kreuz geführt. Fahrzeuge aus Richtung Oberhausen und Essen nach Krefeld müssen ebenfalls über A 44 und A 52 umgeleitet werden. Die Fahrtstrecke verlängert sich dadurch um rund 23 Kilometer.
 

Die Umbauarbeiten müssen bis Juli beendet sein, weil wegen der A 40-Sperrung die A 52 als Ausweichstrecke benötigt wird. Für die Baufirma gibt es satte Prämien, wenn sie vorzeitig fertig wird, bei Verzögerung Strafzahlungen.

Derzeit gibt es auf den Autobahnen in der Region mehr als zehn Dauerbaustellen. Hier besteht starke Staugefahr. Weitere Infos im Internet.
baustellen.strassen.nrw.de

Mit der Entflechtung werde die Staugefahr deutlich reduziert, ist Ahmed Karoum, Abteilungsleiter bei Straßen NRW überzeugt. Zudem werde die Beschilderung und Markierung mehrerer Fahrspuren geändert, wodurch einzelne Fahrstreifen neu zugeordnet werden können. Die Verbindung von Essen nach Oberhausen erhält zudem eine weitere Fahrspur.

Für die Umbauarbeiten müssen im Breitscheider Kreuz abschnittsweise verschiedene Bereiche voll gesperrt werden. Der Verkehr soll dann großräumig über die A 44 und die A 52 (Autobahnkreuz Ratingen-Ost und Dreieck Düsseldorf Nord) umgeleitet werden: 23 Kilometer mehr Strecke, 15 Minuten mehr Fahrzeit. Bis Jahresmitte bleibt das Breitscheider Kreuz auf jeden Fall in den Verkehrsnachrichten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer