Wasser vorm Haus - die Menschen in Wertheim sind das gewöhnt und haben schon weit schlimmere Hochwasser überstanden. Die bundesweite Hochwasser-Serie dürfte sich dem Ende neigen. Von den meisten Flüssen werden stagnierende oder sinkende Pegelstände gemeldet.

Hochwasser Wertheim
Passanten laufen am Dienstag in der überfluteten Altstadt von Wertheim über die Hochwasserstege. Die historische Altstadt ist in der Nacht vom Hochwasser des Mains überflutet worden.

Passanten laufen am Dienstag in der überfluteten Altstadt von Wertheim über die Hochwasserstege. Die historische Altstadt ist in der Nacht vom Hochwasser des Mains überflutet worden.

dpa

Passanten laufen am Dienstag in der überfluteten Altstadt von Wertheim über die Hochwasserstege. Die historische Altstadt ist in der Nacht vom Hochwasser des Mains überflutet worden.

Wertheim (dpa) - Die historische Altstadt von Wertheim ist in der Nacht vom Hochwasser des Mains überflutet worden. Rund 450 Häuser mit etwa 1000 Einwohnern waren betroffen. Die Stadt im Norden Baden- Württembergs hatte vorgesorgt: Anwohner und Geschäftsleute sicherten ihre Häuser und räumten Gegenstände aus der Gefahrenzone.

Ruhig blieb die Lage auch in anderen Hochwasserregionen. Die Wertheimer haben sich an die wiederkehrenden Hochwasser angepasst: Viele Läden haben mobile Warenständer und Fliesen statt Teppichböden. Dank eines Wegesystems aus etwa 400 Metern Stegen bleibt die Altstadt an zentralen Punkten passierbar. Zudem stehen Boote bereit.

Der Pegelstand des Mains hatte am Montagabend die kritische Grenze überschritten, Wasser war in die Stadt geströmt. Der Höchststand wird in der Nacht zum Mittwoch erwartet.

In Brandenburg veränderten sich die Wasserstände kaum, 20 von 28 Pegeln im Land zeigten Hochwasser an. Einige überflutete Straßen blieben gesperrt. An der Oder wurde mit Spannung beobachtet, wie sich das aufbrechende Eis der Warthe auswirken wird. Der Fluss mündet in die Oder, seine Eisschollen könnten sich zu gefährlichen Barrieren türmen. Vier Eisbrecher sind im Einsatz, um dies zu verhindern. Nach wie vor galt für einige Abschnitte der Oder die höchste Alarmstufe 4.

In Sachsen-Anhalt wurde damit gerechnet, dass die frostigen Temperaturen die Lage stabilisieren. An der Saale, der Schwarzen und der Weißen Elster galt an einigen Stellen die Alarmstufe 4. In Halle sollte im Laufe des Tages der vorläufige Höchststand der Saale erreicht werden. Für die zweite Wochenhälfte erwartete das Landeshochwasserzentrum bei ansteigenden Temperaturen einen erneuten Anstieg der Wasserstände.

An den Flüssen in Sachsen stabilisierte sich die Situation weiter. Fast überall gingen die Pegelstände zurück, hieß es beim Landeshochwasserzentrum. Lediglich an der Elbe steige das Wasser noch leicht an. Auch an den Flüssen in Thüringen entspannte sich die Hochwasserlage weiter. Besserung gab es zudem in Niedersachsen.

In Hannoversch Münden sanken die Pegelstände in der Nacht stündlich um etwa zwei Zentimeter. Einige Schulen blieben noch geschlossen, mehrere Straßen gesperrt. Der höchste Pegelstand hatte am Wochenende bei 6,20 Meter - fünf Meter über der normalen Marke - gelegen.

Glimpflicher als zunächst angenommen kamen die Rhein-Anwohner davon. In Koblenz erreichte das Hochwasser am Montagnachmittag seinen Höchststand, der etwa einen halben unter den prognostizierten acht Metern lag. Dennoch standen viele Straßen und Keller in der Rhein- Mosel-Stadt unter Wasser. Die Bundesgartenschau rechnet mit Kosten von mehreren hunderttausend Euro, nachdem einige ihrer Baustellen am Deutschen Eck überspült wurden.

Auch in Köln ging das Wasser des Rheins langsam zurück. Das Hochwasserschutzamt der Stadt hat am Montagabend einen Höchststand von 8,91 Metern gemessen. Seitdem falle der Pegel etwa einen Zentimeter pro Stunde, hieß es. In einigen Moselorten begannen bereits die Aufräumarbeiten. Mit einem erneuten Anstieg in den kommenden Tagen wurde trotz weiterem Regen nicht gerechnet, da die Schneepolster inzwischen abgeschmolzen sind.

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