Raumflug: Fünf Mal binnen einer Woche wurde der Start des Space Shuttle „Discovery“ verschoben. Nun hat die Nasa ihn vorerst abgesagt.

Die „Discovery“ steht in der Abenddämmerung an ihrer Startrampe – frühestens Ende des Monats kann sie abheben.
Die „Discovery“ steht in der Abenddämmerung an ihrer Startrampe – frühestens Ende des Monats kann sie abheben.

Die „Discovery“ steht in der Abenddämmerung an ihrer Startrampe – frühestens Ende des Monats kann sie abheben.

dpa

Die „Discovery“ steht in der Abenddämmerung an ihrer Startrampe – frühestens Ende des Monats kann sie abheben.

Washington. Es hätte eine schöne Abschiedsvorstellung werden können. Ein problemloser Start, eine gelungene Mission - die Raumfähre "Discovery" hätte mit ihrem letzten Flug zur Raumstation ISS ihrer glorreichen Geschichte ein passendes Ende gesetzt. Stattdessen ist der Shuttle nun eine Quelle von Verdruss und Ärger für die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Wieder musste sie am Freitag den Flug aus technischen Gründen absagen.

Der Countdown lief noch, da musste die Besatzung wieder aussteigen

Der Countdown lief schon, und die Crew war startbereit, als die Nasa endgültig entschied, die "Discovery" am Boden zu lassen. Ein Wasserstoff-Leck am Tanksystem erwies sich als zu massiv, um es bis Montag reparieren zu können. Ein späterer Start war ausgeschlossen, weil der Sonnenwinkel im übrigen November ungünstig ist.

Dabei war die "Discovery" immer so etwas wie ein Glücksbringer für die Nasa. Sie war es, die mit ihren Flügen zwei Mal für einen Neubeginn der Raumfahrt in den USA sorgte. Sie war der erste Shuttle, der 1988 nach der Explosion der "Challenger" wieder abheben durfte. Nach der "Columbia"-Katastrophe flog sie 2005 wieder ins All.

Besonders ärgerlich scheint, dass die Behörde beim 39. Flug der "Discovery" Abstriche machen muss. So sind beim nächsten Starttermin nur drei Astronauten statt der üblichen sechs auf der ISS. Auch ist das Zeitfenster für den Start recht eng.

Die Technik für das Shuttle stammt teilweise noch aus den 60er Jahren

Die neueste Panne scheint einmal mehr zu bestätigen, was Experten seit Jahren beklagen. Die drei Jahrzehnte alten Vehikel der Nasa sind altersschwach, anfällig und kompliziert - vor allem im Vergleich zu den russischen"Sojus"-Kapseln. Mal gibt es Probleme mit dem Hitzeschild, mal spielen Sensoren verrückt. Die Technik stammt zum Teil noch aus den 60er Jahren. Öffentlich spielt die NASA ihre Sorgen mit den Shuttles herunter: "Es ist eine Maschine, hin und wieder geht eine Maschine kaputt", sagte Michael Leinbach von der Nasa.

Das nächste Zeitfenster für den Abflug öffnet sich erst am 30. November. Bis dahin bleibt die Raumfähre an der Startrampe stehen.

Lange muss die Nasa sich nicht mehr plagen, die Shuttle-Ära ist bald beendet. Nach der "Discovery"-Reise steht nur noch ein Flug der "Endeavour" im Februar auf dem Plan, ein weiterer der "Atlantis" könnte noch hinzukommen. Allerdings muss die Nasa den Plan nach dem "Discovery"-Debakel vielleicht noch einmal über den Haufen werfen.

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