Tirana. Nach tagelangen sintflutartigen Regenfällen steht Albanien vor einer Katastrophe. "Das ist eine echte Notlage, eine mögliche Katastrophe", sagte Regierungschef Sali Berisha am Mittwoch in Tirana nach einer Sondersitzung seines Kabinetts.

Er appellierte an die Einwohner im nördlichen Distrikt von Shkodra, die zum Teil schon drei Tage auf den Dächern ihrer Häuser ausgeharrt hatten, die Krisenregion zu verlassen. Die Armee des Landes werde einen Evakuierungsplan ausarbeiten, kündigte Berisha an.

Fast der gesamte Nordwesten Albaniens steht rund 40 Zentimeter unter Wasser. 3800 Hektar Ackerfläche sind überschwemmt. Besonders kritisch ist die Lage in der Gemeinde Nendajc, wo 460 Familien ihre Häuser nicht verlassen wollen.

Die Behörden hatten die Talsperre Fierza zwischen Albanien und dem Kosovo geöffnet und so für zusätzliche Wassermassen gesorgt. Mit der Öffnung der Schleusen des vom Drin-Fluss gespeisten 70 Kilometer langen und übervollen Stausees sollte der Zusammenbruch der Stromerzeugung verhindert werden.

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