Bei „Pet Airways“ müssen alle Zweibeiner draußen bleiben. Ausnahmen gelten nur für Pilot und Flugbegleiter.

New York. Es fehlt an nichts, wenn Bello oder Mieze ab kommenden Dienstag allein auf Reisen gehen: Die erste Fluggesellschaft für verwöhnte Haustiere in den USA steht kurz vor ihrem Jungfernflug. Vom Kleinflughafen Teterboro bei New York will "Pet Airways" Hunde und Katzen auf Linienflügen über den Kontinent transportieren.

Herrchen und Frauchen müssen für die kleinen Passagiere mindestens 149 Dollar (etwa 110 Euro) zahlen - pro Einfachflug. "Wir haben Pet Airways gegründet, um den Tieren eine sichere und bequeme Reise zu ermöglichen", sagt Airline-Chefin Alysa Binder.

Bei regulären Flügen müssen Tiere nicht selten in den Frachtraum

Die Idee für die neue Luftfahrtgesellschaft kam der Unternehmerin und ihrem Mann Dan Wiesel aus eigener leidvoller Erfahrung. Immer wieder habe es Probleme gegeben, wenn Zoe, der Jack-Russell-Terrier des Ehepaars, längere Flugstrecken in den USA zurücklegen sollte, berichtet Binder. "Nach einer Reise kam sie völlig verstört an", sagt sie. Denn Tiere müssen normalerweise in den Frachtraum, nicht selten bei großer Hitze oder eisiger Kälte.

Bei "Pet Airways" ist alles auf die vierbeinigen Passagiere abgestimmt: An Bord der Beechcraft-1900-Maschine, die normalerweise 19 Menschen aufnehmen kann, sind 50 Tierboxen für Hunde und Katzen installiert. "Es gibt zwei Piloten und einen Tier-Begleiter, der nach dem Rechten sieht", sagt Binder.

Zu den Aufgaben der "Pet Attendants" (Tier-Stewardessen) gehört es, den Passagieren regelmäßig die Notdurft zu ermöglichen. "Pinkel-Pausen sind sehr wichtig für das Tier", heißt es auf der Website des Unternehmens. "Pet Airways stellt sicher, dass die Tiere unterwegs regelmäßig Pipi machen können." Alle 15 Minuten begutachte der "Pet Attendant" die Reisenden, um sich zu vergewissern, dass es ihnen auch gut geht. "Nach der Landung werden die Tiere in die ,Pet Lounge’ gebracht, wo sie abgeholt werden können."

"Pet Airways" befördert erst einmal nur Hunde und Katzen. Läuft das Geschäft gut, sollen nach Angaben der Fluglinie auch Vögel, Reptilien und Schweine dazukommen.

Die Besitzer können ihre Vierbeiner zwei Stunden vor dem Abflug in der "Pet Lounge" einchecken. Wer will, kann sogar schon drei Tage vorher sein Haustier abgeben.

Nach einer Umfrage der Tierprodukt-Hersteller gab es 2006 in den USA rund 90 Millionen Katzen, 73 Millionen Hunde, 16 Millionen Vögel und elf Millionen Reptilien - Bedarf ist also vorhanden.

Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA hat keine Einwände gegen die neue Airline. "Tiere wurden schon immer in Flugzeugen befördert, zum Beispiel Pferde", sagt FAA-Sprecherin Elizabeth Cory. Das Neue an "Pet Airways" sei vor allem, dass das Unternehmen exklusiv für Reisen von Haustieren antrete. "Das Wichtigste für uns ist es, dass die Tiere während des Flugs sicher an ihrem festen Platz sind", sagt Cory. Und daran, dass die Sicherheitsstandards erfüllt werden, habe die FAA keine Zweifel.

Die ersten Ziele von "Pet Airways" sind neben New York die Metropolen Washington, Chicago, Denver und Los Angeles. Ist die Sache erst einmal richtig in Schwung gekommen, sollen mehrere Maschinen eingesetzt werden, bis zu 20.

Einen Markt für Alysa Binders Luftfahrtgesellschaft scheint es durchaus zu geben. Schätzungen zufolge begeben sich in den USA jedes Jahr 76 Millionen Tiere auf die Reise, zwei Millionen von ihnen im Flugzeug. Etwa 5000 Tiere erleiden jedes Jahr bei Flugreisen Verletzungen, sagen Tierschützer. In den komfortablen Einzelabteilen von "Pet Airways" sind die Tiere wohl sicher, das Ganze hat aber auch seinen Preis: Die Tickets sind teurer als so manches Schnäppchenangebot für menschliche Passagiere.

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