Es geht um Grundstücksverkäufe in der Kölner Innenstadt. Dabei sollen sich die Preise für das Land NRW rasant erhöht haben.

Düsseldorf. Mal wieder Köln: Neue Berichte über mögliche Klüngelgeschäfte in der größten nordrhein-westfälischen Stadt scheinen die Vorurteile über die Filzgeschäfte in der Domstadt zu bestätigen. Dieses Mal sind äußerst bekannte Namen im Spiel: Es geht um die Enkel des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer und deren Geschäfte mit dem landeseigenen Immobilienbetrieb BLB.

Die beiden Adenauer Patrick und Paul führen die Bauwens-Unternehmensgruppe, die sich auch um Stadtentwicklung kümmert. Paul Bauwens-Adenauer hatte der Stadt Köln jüngst einen Masterplan für eine gedeihliche Stadtentwicklung Kölns vorgelegt. Der sieht eine Umsiedlung der Fachhochschule von der "falschen" Rheinseite im Stadtteil Deutz in den Kölner Süden vor. Ein vom Stadtrat abgesegnetes Konzept gibt es für einen solchen Plan bisher aber nicht.

Gleichwohl hat nach Informationen des "Spiegel" die Bauwens-Gruppe im Kölner Süden großflächig Grundstücke für eine mögliche Umsiedelung der Fachhochschule gekauft und sie mit zum Teil sehr satten Preisaufschlägen an den landeseigenen BLB verkauft. So habe die Bauwens-Tochter Gambrinus laut "Spiegel" das Gelände der ehemaligen "Dom"-Brauerei für 23 Millionen Euro erworben. Nach wenigen Monaten kaufte der BLB dann für 33,4 Millionen Euro. Ein satter Gewinn von rund zehn Millionen Euro oder 45 Prozent innerhalb kurzer Zeit.

Insgesamt soll der BLB Grundstücke im Wert von 70 Millionen Euro von der Bauwens-Gruppel erworben haben. Das nordrhein-westfälische Finanzministerium erklärte am Montag, der Fall werde rückhaltlos aufgeklärt. Er sei Thema im Verwaltungsrat des BLB. Die SPD beantragte zudem eine Sondersitzung des Fachausschusses.

Für die Kölner CDU ist dieser Vorgang eine schwere Belastung für den anstehenden Kommunalwahlkampf. Zwar ist es der Partei wohl nun gelungen, mit den ehemaligen Berliner Finanzsenator Peter Kurth endlich einen eigenen Kandidaten gefunden. Zuvor waren aber auch die Adenauer-Enkel Patrick und Paul gehandelt worden.

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