Nach dem Banküberfall flüchteten die Täter mit Geiseln. Drei Menschen starben.

Gladbeck. Es war vor 21 Jahren eines der spektakulärsten Verbrechen der deutschen Nachkriegsgeschichte - und Deutschland sah am Fernseher zu: Nach einem missglückten Banküberfall in Gladbeck hielten Hans-Jürgen Rösner, Dieter Degowski und ihre Komplizin Marion Löblich vom 16. bis zum 18. August 1988 54 Stunden lang ganz Deutschland in Atem. Die Flucht der Gangster quer durch das Land eskalierte und kostete am Ende drei Menschen das Leben.

In Bremen hatten die Gangster zwischenzeitlich einen Linienbus mit 27 Menschen gekapert und standen darin der Presse Rede und Antwort. Einige Journalisten verloren dabei jegliche Hemmung, machten sich teils zu Handlangern der Gangster. In Köln kam es sogar zu einer bizarren "Pressekonferenz" im umlagerten Fluchtauto mitten in der Innenstadt. Später fuhren die Geiselnehmer in Richtung Frankfurt davon - ein Boulevardjournalist wies ihnen den Weg. Auf der A 3 bei Bad Honnef griff schließlich ein Spezialkommando der Polizei mit einem dramatischen Ramm-Manöver und Waffengewalt ein. Eine 18-jährige Frau starb durch eine Kugel aus Rösners Waffe. Zuvor hatte Degowski einen 15-jährigen Jungen erschossen. Bei der Verfolgung hatte ein Polizist sein Leben verloren.

Die Haupttäter wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Löblich bekam neun Jahre Gefängnis, die sie verbüßt hat. Rösner und Degowski sitzen noch im Gefängnis. Ein Gnadengesuch von Degowski, der bis mindestens 2013 sitzen muss, war im vergangenen März von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) abgelehnt worden.

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