Rund 20 000 Schaulustige haben sich den A 380 am Düsseldorfer Flughafen angesehen. Eine zweite Chance gibt's am Donnerstagabend um 19.20 Uhr. Dann landet der Riesen-Flieger erneut am Airport.

wza_400x266_684910.jpg
Der A380 verlässt Berlin. Gerade wird nach dem Start vom Flughafen Tegel das Fahrwerk eingezogen.

Der A380 verlässt Berlin. Gerade wird nach dem Start vom Flughafen Tegel das Fahrwerk eingezogen.

Landung in Hamburg: Die "Frankfurt am Main" ist nur der erste von vier A380 in der Lufthansaflotte.

Der Riesen-Kranich in Düsseldorf. Mehr als 20000 kamen um ihn zu sehen. Nur wenige hatten das Glück ihn von innen zu bestaunen. Dirk Elbers war einer von ihnen.

Frank Herrmann/dpa, Bild 1 von 3

Der A380 verlässt Berlin. Gerade wird nach dem Start vom Flughafen Tegel das Fahrwerk eingezogen.

Düsseldorf. Traumwetter für eine Vogelbeobachtung der Extraklasse. 20 000 Schaulustige bestaunten Start und Landung des größten Passagierflugzeugs der Welt in Düsseldorf. Zwei Minuten später als erwartet, um 14.47 Uhr, schwebte die Maschine über Lohhausen in Richtung Landebahn und setzte zu einer sanften Landung an. 

Zwischen den Haltepositionen A10 bis A16, direkt vor der Besucherterrasse kam die Maschine zum stehen. "Der ist sooo groß", war nur einer der verzückten Kommentare der zahlreichen Zuschauer. Einer der ersten an Bord war Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers.

Am Düsseldorfer Flughafen wurde die Mannschaft der Maschine ausgetauscht. Auch die neue Crew muss sich nun mit dem Flugzeug vertraut machen und Praxistests absolvieren. Planmäßig um  16.45 Uhr hob der Flieger wieder ab - Ziel war der Flughafen Köln/Bonn. Doch auch dort waren Airbus und Crew nur zu einer kurzen Stippvisite.

Gegen 19.20 Uhr soll der Riesen-Flieger schon wieder zurück kommen. "Dann landet er aber nur kurz, rollt wieder zu Startbahn und fliegt Richtung Frankfurt", sagt Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky. 

Am Morgen in Berlin landete die Maschine mit 27 Minuten Verspätung weil noch ein kleiner Umweg über Nürnberg gemacht wurde. "Dort ist der A380 nochmal im Tiefflug über die Landebahn geflogen", sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber gegenüber wz-newsline. Von Berlin aus führte die Route über Hannover und Hamburg nach Düsseldorf.

Nach Abschluss der Trainingsflüge soll die "Frankfurt am Main" die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika fliegen. Die Maschine startet am Sonntag um 20.30 Uhr und wird rund 11 Stunden unterwegs sein.

Die von vor vier Jahren bekannte Fußballnase wird es in diesem Jahr an den Lufthansa-Maschinen nicht geben.

Der Oberbürgermeister ist begeistert vom neuen A380. Ihm gefällt besonders, dass die Toilette auch für Menschen seiner Körpergröße geeignet ist. Auch die Beinfreiheit in allen Klassen ist laut Elbers gut.

Lufthansa-Pilotentrainer Ingo Meyerdierks:" Das Cockpit ist so groß da würde die gesamte Nationalmannschaft nebeneinander hineinpassen." Und zum Handling des Fliegers: "Obwohl er größer und schwerer ist, lässt er sich leichter steuern als der A340 (nächst kleineres Modell von Airbus).

Schon um 13 Uhr mussten hier die Besucherterrassen geschlossen werden - es wurde einfach zu voll. Auch das Parkdeck von Parkhaus sieben war schnell voll. Für alle Flugzeugbegeisterten die keinen Platz mehr auf den Terrassen fanden, gab es im Terminal eine Leinwand auf der das Geschehen auf dem Rollfeld live verfolgt werden konnte. Wer einen Platz unter der Sonne ergattert hatte, gab diesen auch nicht so schnell wieder her. "Wir musste sehr lange warten, aber es hat sich gelohnt", sagt Heike Nickel aus Herne. Auch Töchterchen Jessica (6) ist von dem Super-Jet überzeugt und hat sich schon genau überlegt, wo sie gerne mit ihm hin möchte: "In die Türkei. Dann möchte ich aber oben sitzen. Da wo die Betten sind."

Der A380 war übrigens nicht zum ersten Mal in Düsseldorf. Bereits im November 2006 machte das Flugzeug schonmal einen Kurzbesuch in Düsseldorf. Mehr als 115000 Menschen kamen damals um sich das größte Passagierflugzeug der Welt anzusehen.

Der Stopp in Düsseldorf war im Rahmen von Trainingsflügen, um Piloten und Passagiere auf dem Jet zu schulen. Mit an Bord waren die beiden Ausbildungspiloten der Lufthansa, Ingo Meyerdierks und Jürgen Schmüser. Sie haben ihre Lizenz für den A 380 durch ein zweijähriges Training im Simulator und später bei Airbus in Toulouse gemacht. Jetzt trainieren sie die Piloten der Lufthansa. "Wir rekrutieren die A 380 Piloten aus denen, die schon den kleineren A 340 geflogen sind", sagt Ogursky.

In diesem Jahr sollen noch 120 Piloten die Lizenz für den Riesen-Kranich machen. Denn der fliegt sich schon anders als die kleineren Jets. "obwohl er so groß und schwer ist, lässt er sich viel leichter steuern", sagt Meyerdierks. Auch das Cockpit sei größer und komfortabler. "Es ist so groß, da könnte die komplette Nationalmannschaft nebeneinander stehen", so der Pilot. Und das kann die Crew auch gleich am Sonntag testen.

Denn dann geht es mit Lahm und Co nach Johannesburg. Los geht's in Frankfurt um 20.30 Uhr, mit 900 Stundenkilometern Richtung Afrika. Elf Stunden später könnte die Mannschaft auf dem Platz stehen.

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer