Per Bagger und Förderband soll der Krater ab Mitwoch aufgefüllt werden. Allein das Material dafür kostet eine halbe Million Euro.

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Am Dienstag konnten die Anwohner noch einmal Habseligkeiten aus den Häusern am Kraterrand holen.

Am Dienstag konnten die Anwohner noch einmal Habseligkeiten aus den Häusern am Kraterrand holen.

dpa

Am Dienstag konnten die Anwohner noch einmal Habseligkeiten aus den Häusern am Kraterrand holen.

Schmalkalden. Der Krater von Schmalkalden bedroht weiterhin die ihn umgebende Wohnsiedlung. "Es ist Gefahr im Verzug", sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Andreas Maruschke, am Dienstag über die Risiken für die Häuser an einem Steilhang des Erdlochs. Die Behörden wollen so schnell wie möglich tausende Kubikmeter Kies in den rund zwölf Meter tiefen Erdfall kippen, um dessen Rand abzusichern.

Selbst wenn der Krater gefüllt ist, kann weiter Gestein nachrutschen

Experten wollen den Krater mit Hilfe eines Baggers und einem 30Meter langen Förderband mit Kies füllen. "So baut man einen Gegendruck auf, damit die Flanken nicht weiter einstürzen", erklärte der Direktor des Instituts für Geowissenschaften der Schiller-Universität Jena, Gerhard Jentzsch. Doch ob die Aktion zum Erfolg führt, ist ungewiss.

Selbst wenn das Loch mit Kies gefüllt sei, könne es noch eine Weile dauern, bis sich der Erdfall beruhige. Noch könne Gestein nachrutschen oder lockeres Material im Untergrund nachgeben. "Auch gegen die Gefahr, dass sich unter dem Krater noch ein weiterer Hohlraum befinden könnte, kann man nichts tun."

Ähnliche Erdkrater drohen Experten zufolge überall in den deutschen Mittelgebirgen. "Im Thüringer Wald und dem Südharz ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß", sagte Jentzsch. Um mehr über das unbekannte Geschehen im Untergrund zu erfahren, gebe das Land eine Bohrung in Auftrag, sagte Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) nach einer Kabinettssitzung.

Am Krater selbst ließen Wissenschaftler der Uni Jena für Messungen eine Drohne - ein unbemanntes Flugzeug - kreisen. Die Bewohner der neun geräumten Häuser konnten noch einmal einige Habseligkeiten von dort bergen. Die meisten Familien kamen zunächst bei Verwandten und Bekannten unter. Die Polizei will nun verstärkt ein Auge auf die verlassenen Häuser haben.

Am Mittwochmorgen soll der Bagger das Loch in der Erde auffüllen

Ob eine Versicherung für Schäden, wie etwa zerstörte Autos oder Häuser zahlt, hängt davon ab, wer der Verursacher ist.

Ist das Loch etwa durch Bergbau entstanden, kann der Verursacher (Unternehmen, Behörde oder sogar Bundesland) haftbar gemacht werden.

Wenn ein Naturereignis den Schaden herbeigeführt hat, tritt der Versicherungsfall ein - etwa für für Hagel- oder Regenschäden. Erdrutsch oder Überschwemmungen sind in der Regel nicht grundsätzlich und automatisch versichert.

CDU-Landrat Ralf Luther kündigte an, der Kreis werde zunächst die Kosten übernehmen. Allein die Kiesmenge, die für das 20.000 Kubikmeter große Loch nötig sei, werde rund eine halbe Million Euro kosten. Mindestens 1.000 Lastwagenladungen sind dafür nötig. Am Mittwoch soll begonnen werden, das Loch aufzufüllen.

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