Seit einem Jahr sind Fahrten innerhalb Deutschlands erlaubt. Nutzer reisen meist günstiger als mit der Bahn, aber auch länger.

Immer mehr Reisende nutzen Fernbusse, um innerhalb von Deutschland von A nach B zu kommen.
Immer mehr Reisende nutzen Fernbusse, um innerhalb von Deutschland von A nach B zu kommen.

Immer mehr Reisende nutzen Fernbusse, um innerhalb von Deutschland von A nach B zu kommen.

Stephan Gregor auf dem Weg nach Essen, wo er seine Eltern besucht.

dpa, Bild 1 von 2

Immer mehr Reisende nutzen Fernbusse, um innerhalb von Deutschland von A nach B zu kommen.

Köln/Düsseldorf. So ruhig wie auf Schienen reist man auf der Autobahn nicht. Der Sitz wippt auf und ab, die Beine lassen sich nicht ganz ausstrecken. Bequem gepolstert ist der Platz dennoch. Mit einem Fernbus von ADAC und Post geht es quer durch NRW: von Köln über Essen nach Dortmund. Andere Anbieter in NRW sind etwa MeinFernbus, FlixBus oder City2City.

Zum Jahresbeginn 2013 hatte die Bundesregierung das ursprünglich zum Schutz der Bahnverbindungen eingerichtete innerdeutsche Fernbusverbot aufgehoben. Seitdem entstanden 80 innerdeutsche Linien, 42 davon führen durch NRW, wie aus einer Studie des Berliner Iges-Instituts hervorgeht. Sie ist in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen entstanden. Häufig nutzen Studenten oder Rentner die Busse, aber auch Geschäftsleute. Der Bus auf der Strecke Köln-Dortmund ist an diesem Montagmorgen allerdings nur sehr schwach besetzt – mit gerade mal vier Fahrgästen.

„Preis und Leistung stimmen.“

Stephan Gregor, Fahrgast im Fernbus

Einer von ihnen ist Christoph Moser. Er arbeitet in Dortmund und hat am Wochenende eine Freundin in der Nähe von Frankfurt besucht – nun ist er auf dem Rückweg. „Die Fahrt mit dem Fernbus ist Premiere für mich, aber ich denke, ich werde es häufiger machen“, sagt der 34-Jährige. Seine Begründung: Auf den Bus könne man sich eher verlassen als auf die Bahn, die oft Verspätung habe.

Der 25-jährige Student Johannes Schnell ist auf dem Weg zu einem Freund in Dortmund. Der Jurist Stephan Gregor besucht seine Eltern in Essen. Der 38-Jährige hätte auch die Bahn nehmen können, er hat auch eine Bahncard. Doch die Fahrt hätte fast 13 Euro mehr gekostet und wäre nur drei Minuten schneller gewesen. Jetzt hat er gerade einmal sechs Euro bezahlt. „Preis und Leistung stimmen“, findet er. Im Bus gibt es kostenloses W-Lan, und über eine eigene App können Hörbücher geladen werden.

Die Haltestellen sind häufig nicht überdacht und behindertengerecht

Auch ein Bahnsprecher bestätigt, dass die Fernbusse im Vergleich zum Normalpreis der Bahn häufig günstiger sind. Großenteils buchten die Kunden aber nicht mehr zum Normalpreis, sondern nutzen die Rabatte, so der Sprecher. Die Busse bräuchten auch länger. So dauert eine Fahrt von Düsseldorf nach Berlin mit der Bahn gut vier Stunden, mit einem Fernbus sind es fast neun.

Die größten Anbieter bei Fernbussen in NRW sind laut einer Studie derzeit MeinFernbus mit elf Linien und FlixBus mit zehn. Hinzu kommen unter anderem DeinBus, City2City und Deutsche Touring. Besonders viele Verbindungen gibt es nach Berlin und in die Rhein-Main-Region. Das Fernbusangebot in NRW hat schon einen sehr hohen Ausbaustand erreicht, heißt es in der Studie. Insgesamt starten und enden jede Woche etwa 1000 Fernbusse in NRW.

Die Haltestellen liegen zudem oft nicht zentral: So fährt der Bus in Köln nicht vom Hauptbahnhof, sondern in Deutz ab. Ländliche Regionen werden kaum angefahren. Ein weiterer Schwachpunkt ist laut Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen der mangelnde Komfort der Haltestellen. Nicht immer seien die Terminals behindertengerecht oder hätten ein Dach.

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