Jim Balsillie
Blackberry Co-Chef Jim Balsillie: Der Druck auf den schwächelnden Blackberry-Anbieter RIM wird immer größer. Foto: Ali Haider

Blackberry Co-Chef Jim Balsillie: Der Druck auf den schwächelnden Blackberry-Anbieter RIM wird immer größer. Foto: Ali Haider

dpa

Blackberry Co-Chef Jim Balsillie: Der Druck auf den schwächelnden Blackberry-Anbieter RIM wird immer größer. Foto: Ali Haider

Waterloo (dpa) - Dieser Deal würde die Mobilfunk-Branche umkrempeln: Microsoft und Nokia haben laut einem Zeitungsbericht erwogen, gemeinsam den Blackberry-Anbieter RIM zu kaufen. Der aktuelle Stand der Überlegungen sei unklar, schrieb das «Wall Street Journal» am Mittwoch.

Unter Berufung auf informierte Personen hieß es, führende Manager aller drei Unternehmen hätten sich häufig getroffen, um über die Entwicklung ihrer bisherigen Kooperationen zu sprechen. Außerdem habe RIM (Research In Motion) anderen Smartphone-Herstellern wie Samsung und HTC eine Lizenz für sein nächstes Betriebssystem Blackberry 10 angeboten.

Der Aktie taten die Spekulationen gut: Sie schoss zum Auftakt des New Yorker Handels um gut elf Prozent auf 13,90 Dollar hoch. Allerdings war der Kurs zuletzt auf die Stände von 2004 abgerutscht, nach früheren Höchstwerten um 140 Dollar.

RIM steckt in einer sehr schwierigen Lage. Die Smartphones, einst ein Verkaufshit, entwickeln sich zu Ladenhütern. Während der Markt für Computer-Telefone weiter schnell wächst, dürfte der Blackberry-Absatz im laufenden Quartal auf 11 bis 12 Millionen Stück einbrechen, nach rund 15 Millionen noch vor einem Jahr. Für die Zukunft sieht es auch düster aus: Geräte mit dem neuen Betriebssystem kommen nicht vor der zweiten Hälfte 2012 auf den Markt. Und der bisher erfolglose Tablet-Computer Playbook hat bereits jetzt ein Loch von mehreren hundert Millionen Dollar in die Kasse gerissen.

Der Windows-Riese Microsoft und der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia könnten Blackberry gut gebrauchen. Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone steckte bis zuletzt bei Marktanteilen unter zwei Prozent fest. Bisher ist unklar, welchen Effekt der Start der ersten Nokia-Telefone mit der Microsoft-Software im November hatte. Und Nokia hat mit seiner angestaubten Plattform Symbian zuletzt massiv Marktanteile verloren.

Den Ton im Smartphone-Markt geben das Google-Betriebssystem Android und Apples iPhone an. Android erreichte zuletzt einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Die Blackberrys rutschten hingegen im dritten Quartal hingegen im Jahresvergleich von 15,4 auf 11,0 Prozent ab. Der Druck auf die beiden Co-Chefs Jim Balsillie and Mike Lazaridis wird immer stärker. Sie mussten die Investoren gerade erst wieder um Geduld bitte und versprachen zugleich, keine Möglichkeit auszulassen, um die Lage zu verbessern.

Interessant an RIM für die Rivalen wären neben zuletzt 75 Millionen Kunden auch das Patentportfolio, das in den aktuellen Ideenklau-Streitereien in der Mobilfunk-Branche nützlich werden könnte.

Blackberrys waren wegen ihres speziellen E-Mail-Dienstes früher die Lieblinge der Manager. Heute sind die Geräte vielfach eine günstigere Alternative für all jene, die sich kein iPhone oder Android-Smartphone leisten können oder wollen. Der Anteil der Einstiegsmodelle an den Gesamtverkäufen hatte stetig zugenommen. Grund für die Absatzprobleme war auch, dass RIM den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen lange verschlafen hatte.

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