«Noahs Welt»
Das Ziel von «Noahs Welt» ist, eine virtuelle Jury von den eigenen politischen Entscheidungen zu überzeugen. (Foto: Frank Leonhardt)

Das Ziel von «Noahs Welt» ist, eine virtuelle Jury von den eigenen politischen Entscheidungen zu überzeugen. (Foto: Frank Leonhardt)

dpa

Das Ziel von «Noahs Welt» ist, eine virtuelle Jury von den eigenen politischen Entscheidungen zu überzeugen. (Foto: Frank Leonhardt)

München (dpa) - Wie baut man eine Stadt, in der sich auch kommende Generationen wohl fühlen? Antworten auf diese Frage will das politische Computerspiel «Noahs Welt» geben. Studenten haben es entworfen, eine virtuelle Jury urteilt: Will man hier leben oder nicht?

Ein Handwerker, ein Hippie, eine Professorin und ein Geschäftsmann: Diese Jury von den eigenen politischen Entscheidungen zu überzeugen, ist das Ziel des Computerspiels «Noahs Welt», das Studenten der Mediadesign Hochschule am Dienstag (24. Januar) in München vorgestellt haben. «Sie haben ein Dorf und müssen es zu einer Stadt ausbauen», erklärt der studentische Projektleiter Wolfgang Emmer. Die Stadt, um die es geht, ist «Noahs Welt». «Noah» ist der Enkel des Spielers, der mit den Konsequenzen der Politik in Zukunft leben muss.

15 Runden hat der Spieler Zeit, seine Stadt nachhaltig zu bauen. Dabei kann er auf Windkraftanlagen oder Atomkraftwerke setzen, Universitäten errichten oder Bäume pflanzen. Am Ende muss er sich der Bewertung des vierköpfigen Gremiums stellen - nach acht Kriterien wie Bildung, Warenproduktion oder Lebensqualität.

«Wer das Leben genießen will, sollte Ihre Stadt lieber meiden», ist das Urteil etwa am Ende eines Durchgangs. «Die junge Generation Ihrer Stadt kann sich glücklich schätzen», lautet das positivere Fazit in einem anderen Fall.

Die Idee eines politischen Computerspiels ist nicht neu. Das Brettspiel «Ökolopoly» gibt es mittlerweile auch in digitaler Form, «Fate of the world» ist ein weiteres Beispiel. Junge Menschen mit solch abstrakten Inhalten zu begeistern, ist bei der actionreichen Konkurrenz von Online-Spielen jedoch nicht einfach. «Es hat keinen Sinn, da etwas abzukupfern», sagt Emmer. Um sich von den anderen politischen Spielen abzusetzen, verzichteten die Studenten auf abschreckende Statistiken und setzten bei der Bewertung auf akustische und visuelle Rückmeldungen durch die Jury.

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