Ebay
Nach einem guten Weihnachtsgeschäft blickt Ebay optimistisch in die Zukunft.

Nach einem guten Weihnachtsgeschäft blickt Ebay optimistisch in die Zukunft.

dpa

Nach einem guten Weihnachtsgeschäft blickt Ebay optimistisch in die Zukunft.

San Jose (dpa) - Ebay legt nach einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft einen Zahn zu: Der Online-Marktplatz will in diesem Jahr den Umsatz auf 10,3 bis 10,6 Milliarden Dollar hochschrauben. Das wären bis zu 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Ziel gab Firmenchef John Donahoe am Mittwoch (Ortszeit) vor. Das Unternehmen ist vor allem mit seinen Versteigerungen bekannt geworden, ermöglicht aber auch den Direktverkauf und betreibt den weltweit meistgenutzten Online-Bezahldienst PayPal.

Im Weihnachtsquartal wurden bei Ebay rund zehn Prozent mehr Waren verkauft als im Vorjahreszeitraum. Neben Amerikanern und Briten griffen vor allem Deutsche zu. Die Bundesbürger haben es aber nicht auf Elektronik abgesehen, wie zu vermuten war, sondern insbesondere auf Kleidung, Accessoires, Einrichtungsgegenstände sowie Auto- und Motorradteile. Alleine 4,7 Millionen Paar Damenschuhe und 2,4 Millionen Jeans wechselten auf Ebay.de den Besitzer. Fernseher waren es nur 290 000.

Das US-Unternehmen treibt sein Geschäft mit den beliebten Modeartikeln weiter voran. Erst im Dezember hatte Ebay für rund 150 Millionen Euro den deutschen Online-Shopping-Club brands4friends übernommen. Über die Plattform können Mitglieder reduzierte Markenartikel kaufen. Deutschland ist einer wichtigsten Märkte für Ebay; die Amerikaner sehen den Onlinehandel hierzulande auf dem Vormarsch.

«Wir hatten ein starkes Quartal», sagte Firmenchef Donahoe am Firmensitz im kalifornischen San Jose. Nach einer Flaute im Sommer stieg der Konzernumsatz wieder an, und zwar um 5 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr summierte sich der Umsatz auf 9,2 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn schrumpfte allerdings um 59 Prozent auf 559 Millionen Dollar, der Jahresgewinn um 25 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar.

Ebay hatte 2009 seine Internettelefonie-Tochter Skype mehrheitlich verkauft und damit die Kasse gefüllt. Die Investoren um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen wollen Skype demnächst an die Börse bringen. Die Ebay-Aktie stieg angesichts der guten Aussichten am Donnerstag vor Börseneröffnung um gut 2 Prozent.

Ebay verdient sein Geld neben dem bekannten Marktplatz jetzt vor allem mit seinen PayPal-Bezahldiensten. Diese wachsen rasant. Weltweit werden mit PayPal 94,4 Millionen Online-Konten verwaltet, jeden Monat kamen zuletzt rund eine Million aktive Konten hinzu. Kunden können über PayPal nicht nur ihre Ebay-Einkäufe bezahlen, sondern auch in fremden Online-Shops einkaufen. Ebay kassiert für die Nutzung Gebühren.

Ebay arbeitet seit längerem am Ausbau des Online-Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren. Damit will der Konzern seinem Erzrivalen Amazon die Stirn bieten. Der weltgrößte Onlinehändler legt seine Jahresbilanz am Donnerstag kommender Woche (27. Januar) vor. Zuletzt hatte Amazon sein Geschäft mit satten Rabatten angekurbelt und Ebay immer mehr abgehängt. Die Schnäppchen schmälerten aber den Gewinn.

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