CES in Las Vegas, Nevada
Vernetzte, miteinander kommunizierende Geräte der Unterhaltungselektronik werden von der Vision zur Realität.

Vernetzte, miteinander kommunizierende Geräte der Unterhaltungselektronik werden von der Vision zur Realität.

dpa

Vernetzte, miteinander kommunizierende Geräte der Unterhaltungselektronik werden von der Vision zur Realität.

Las Vegas (dpa) - In diesem Jahr ist bei den Veranstaltern der weltgrößten Elektronikmesse Partystimmung eingekehrt: Die CES International hat schon deutlich schlechtere Zeiten erlebt. Jetzt herrscht wieder Aufbruchstimmung.

Neueste Gadgets wie eine Vielzahl von Tablet-PCs, noch leistungsfähigere Smartphones, 3D-Fernsehen und die einfache Kommunikation unter allen Geräten sollen die Krise endgültig beenden und die Innovationskraft der Branche belegen.

Das Interesse an der großen Unterhaltungselektronik-Messe in der Spielerstadt Las Vegas (6. bis 9. Januar) ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Die Messehallen waren wieder dicht gefüllt, die Stände gut besucht. Gary Shapiro, Chef der Veranstalterin CEA, beschwört die Innovationskraft der Branche sogar als Motor für die gesamte wirtschaftliche Erholung und sprüht vor Optimismus. «Ich glaube, dass Innovation unser Schicksal ist», sagte Shapiro zur Eröffnung. «Innovation kann und wird die weltweite Wirtschaft heilen.»

Einer der Schwerpunkte in diesem Jahr war die Vernetzung und bruchlose Kommunikation unter den verschiedenen Geräten der Unterhaltungselektronik. Fast jahrzehntelang beschwört, wird sie nun für die Nutzer real erlebbar. Die Vision einer vernetzten Welt werde die Barrieren niederreißen, die die Industrie bislang in ihrer Innovationskraft behindert habe, sagte Ivan Seidenberg, Chef des US-Mobilfunkproviders Verizon.

Die verschiedensten Geräte der Heimunterhaltung kommunizieren miteinander und tauschen Daten aus, ohne dass der Nutzer nach langwierigem Studium der Handbücher entsprechende Einstellungen vornehmen muss. In den modernen Flachbild-Fernsehern ist eine Schnittstelle zum Internet bereits integriert. Sony stellte auch einen neuen Blu-ray-Player vor, der automatisch über WLAN ins Netz geht und über den Standard DNLA mit anderen Geräten im Wohnzimmer Kontakt aufnimmt.

Das bereits auf der IFA in Berlin beworbene 3D-Fernsehen muss jedoch weiterhin auf seinen Siegeszug warten. Immerhin kann man in Las Vegas bereits den Prototypen eines 3D-Fernsehers von Toshiba bewundern, bei dem die Zuschauer keine spezielle Brille mehr tragen müssen. Während der 3D-Trend noch auf wackeligen Beinen steht, erobert das Internet mit riesigen Schritten die Wohnzimmer. Sony sieht sich mit seinen Internet-Fernsehern «powered by Google» als Pionier und will das Fernsehen neu definieren. Bis 2014 würden bereits mehr als 65 Millionen netzfähige TV-Geräte abgesetzt werden, schätzt Sony-Chef Howard Stringer.

Google hat bei seinen TV-Plänen allerdings noch kräftig mit den großen Film-Studios zu kämpfen, die dem Internet-Unternehmen den Zugriff auf die Inhalte verweigern. Sony setzt deshalb parallel auf seine Plattform «Qriocity», über die der Nutzer unbegrenzten Zugang zu Musik, Videos und Filmen haben soll. Für das Video-on-demand-Angebot habe Sony bereits eine besonders wichtige Partnerschaft mit Warner Cable geschlossen, sagte Stringer.

Wie in Deutschland wird derzeit auch in den USA kräftig am Ausbau des neuen, schnellen Mobilfunkstandards LTE gearbeitet. Erste LTE-Geräte gab es auf der CES zu sehen. Weitere Neuheiten werden viele Hersteller voraussichtlich für den Mobile World Congress in Barcelona im Februar im Köcher habe. In Las Vegas stellte Samsung gemeinsam mit Verizon sein erstes Smartphone vor, das LTE unterstützt.

Für Furore in Las Vegas sorgte auch Googles neues Betriebssystem Android 3.0 «Honeycomb», das speziell für die derzeit boomende Gerätesparte der Tablets konzipiert ist. Motorola will noch im laufenden Quartal seinen «Xoom» genannten Tablet mit dem neuen Android-System ausliefern und könnte damit der erste sein, der Apples iPad den Erfolg ernsthaft streitig machen würde - noch waren wesentliche Funktionen auf der Messe allerdings nur als Video-Präsentation zu sehen.

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