Cyberattacken
Gibt es bald eine Meldepflicht für Cyberattacken? Der Verfassungsschutz hat sich dafür ausgesprochen. Foto: Boris Roessler

Gibt es bald eine Meldepflicht für Cyberattacken? Der Verfassungsschutz hat sich dafür ausgesprochen. Foto: Boris Roessler

dpa

Gibt es bald eine Meldepflicht für Cyberattacken? Der Verfassungsschutz hat sich dafür ausgesprochen. Foto: Boris Roessler

Hannover (dpa) - Als Konsequenz aus der Abhör-Affäre um den US-Geheimdienst NSA und zunehmendem Daten-Diebstahl fordert der Verfassungsschutz mehr Engagement der deutschen Wirtschaft bei Datensicherheit.

Das Sicherheitsbewusstsein vieler Betriebe sei weiter unterentwickelt, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Seine Behörde intensiviere daher deren Beratung.

Bei einem Besuch der Computermesse CeBIT sprach sich Maaßen angesichts einer mangelnden Kooperation der Wirtschaft im Fall von Cyberattacken für ein Meldesystem bei derartigen Fällen aus.

«Wir würden es begrüßen, wenn es die Meldepflicht nicht geben würde und die Unternehmen uns freiwillig die Daten zur Verfügung stellen würden - aber das hat ja in der Vergangenheit nicht geklappt, deswegen ist eine gesetzliche Meldepflicht erforderlich.» Wünschenswert sei gerade auch im Interesse des Gemeinwohls eine stärkere Kooperation mit der Wirtschaft bei der Aufklärung von IT-Verbrechen.

«Der Fall Snowden hat deutlich gemacht, dass die größte Gefahr in der Kombination zwischen Innentätern und dem IT-Raum besteht, nämlich dem Zugriff auf unbegrenzte Datenmengen», erklärte Maaßen am Rande eines Messe-Rundgangs.

«Daher sieht der Verfassungsschutz seine Aufgabe auch in der Beratung von Unternehmen nicht nur mit Blick auf Cyberangriffe, sondern auch bei der Frage: Wie schütze ich mich vor Personen im Unternehmen, die Informationen an Konkurrenten oder ausländische Nachrichtendienste weitergeben.»

Einen Insider, der wie der US-Informant Edward Snowden riesige Datenmenge an die Öffentlichkeit weiterleitet, fürchtet er beim Bundesverfassungsschutz nicht: «Wir haben diverse interne Schutzmechanismen, die dafür sorgen, dass einzelne Mitarbeiter nicht Zugriff auf hohe Datenmengen haben.» Dennoch räumte er ein: «Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit, aber unsere Sicherheitsstandards sind schon sehr hoch.»

Sorgen macht dem Geheimdienstchef dagegen die schwierige Anwerbung von IT-Nachwuchs in seiner Behörde. «Die Behördenwelt insgesamt hat Probleme mit dem IT-Nachwuchs: Jedes Mal, wenn es der Wirtschaft gut geht, wenn die Wirtschaft gut zahlt, haben wir Schwierigkeiten, IT-Nachwuchs zu werben.» Seine Behörde habe daher eine ganze Reihe von Initiativen gestartet und vergebe etwa Stipendien.

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