Hannover (dpa) - Die deutsche IT-Branche schlägt auf der CeBIT abermals Alarm: Immer mehr Informatiker-Jobs bleiben wegen eines Fachkräftemangels unbesetzt. Im Dezember gab es rund 30 500 offene Stellen, nach 21 000 nur ein Jahr zuvor, teilte der Branchenverband VDI auf der Computermesse CeBIT in Hannover mit.

Vor allem große Unternehmen gehen als Reaktion ins Ausland. «Dem IT-Standort Deutschland droht ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, wenn speziell bei Großunternehmen der Trend zur Verlagerung einzelner Bereiche ins Ausland einsetzt», warnte Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter Technik und Wissenschaft im VDI.

Insgesamt waren in Deutschland 2011 mit rund 191 700 so viele Informatiker beschäftigt wie nie zuvor. Im Jahr davor waren es erst gut 184 000. Gleichzeitig sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Spezialisten um 1400 auf gut 6000 - das bedeute eine Arbeitslosenquote von nur 3,1 Prozent. «Die von den Hochschulen kommenden Absolventen reichen nicht aus, um den weiter steigenden Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften zu decken», betonte Westerkamp. Im Jahr 2010 gab es rund 19 000 Absolventen. Ein weiteres Problem: Im Schnitt jeder dritte Studienanfänger bringe die Ausbildung nicht zu Ende.

Eine Umfrage im Auftrag des VDI machte deutlich, dass große Konzerne und kleinere Unternehmen zu unterschiedlichen Lösungen für den Fachkräftemangel neigen. Von den großen Unternehmen prüfen knapp 44 Prozent die Verlagerung von Bereichen ins Ausland, fast 48 Prozent greifen zum Outsourcing (Mehrfachnennung war möglich). Die kleineren und mittleren Unternehmen favorisieren hingegen die Weiterbildung von vorhandenem Personal (44,4 Prozent) oder flexible Arbeitszeitmodelle (gut ein Drittel).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer