Sim-Karte
Die eSIM genannten Chips übernehmen die Funktion der herkömmlichen SIM-Karte, können aber per Funk auf einen anderen Netzbetreiber umprogrammiert werden. Foto: Bernd Thissen

Die eSIM genannten Chips übernehmen die Funktion der herkömmlichen SIM-Karte, können aber per Funk auf einen anderen Netzbetreiber umprogrammiert werden. Foto: Bernd Thissen

dpa

Die eSIM genannten Chips übernehmen die Funktion der herkömmlichen SIM-Karte, können aber per Funk auf einen anderen Netzbetreiber umprogrammiert werden. Foto: Bernd Thissen

Berlin (dpa) - Obwohl die Technik für umprogrammierbare SIM-Karten direkt im Smartphone schon seit Jahren marktreif ist, müssen Nutzer immer noch eine Plastikkarte mit einem Chip von ihrem Netzbetreiber in die Geräte stecken.

In der Industrie gilt als Grund dafür die Position der Mobilfunk-Anbieter, die auf die SIM-Karte als Instrument der Kundenbindung nicht verzichten wollen. Doch nach Einschätzung des Branchenexperten Olaf Acker von der Unternehmensberatung PwC Strategy& wird die Technologie sich letztlich auch in Verbrauchergeräten durchsetzen, auch wenn das mindestens zwei Jahre dauern könnte.

«Die Handy-Hersteller hätten das lieber heute als morgen, weil es Platz spart - das Wertvollste, was es für Geräte-Hersteller derzeit gibt», sagt Acker. Die Netzbetreiber dagegen fürchteten sich davor, weil sie sich immer noch nicht sicher seien, ob das nicht ihr Kerngeschäft gefährden werde. Die eSIM genannten Chips übernehmen die Funktion der SIM-Karte, können aber per Funk auf einen anderen Netzbetreiber umprogrammiert werden, während man heute beim einem Wechsel erst eine neue SIM-Karte bekommen muss.

«Wenn in dem Gerät eine SIM steckt, die nur mit relativ großem Aufwand zu wechseln ist, bin ich als Mobilfunk-Anbieter in meiner Vertragsbeziehung einigermaßen geschützt. Und das nicht nur durch den Ein- oder Zweijahresvertrag, sondern auch dadurch, dass der Nutzer keine Lust hat, dauernd die SIMs zu wechseln», argumentiert Acker. «Wenn die eSIM das vereinfacht, wächst das Risiko des Wechselns.»

Bisher kamen umprogrammierbare SIM-Karten vor allem in Autos oder Industriemaschinen zum Einsatz. Apple gilt in der Branche schon seit Jahren als Verfechter der eSIM, auch um das Design der iPhones zu vereinfachen. Der Konzern stattete bereits 2014 ein iPad-Tablet mit einer umprogrammierbaren eSIM, dabei blieb es bisher jedoch. Laut Acker hätten zumindest die großen Smartphone-Anbieter die Macht, den Wandel durchzusetzen: «Wenn Apple sein neues iPhone mit einer eSIM ausstatten will - oder Samsung sein Galaxy S -, könnten sich die Telekom-Firmen dem nicht wirklich versperren, dafür sind die Geräte zu wichtig.»

Der Experte rechnet nicht damit, dass die Entwicklung zu einem Preiskampf unter den Mobilfunk-Firmen in Europa führt. Es sei ein Markt mit wenigen Anbietern. Schon jetzt gebe es in Deutschland durchaus günstige Angebote - aber keine großen Wechselbewegungen der Nutzer. Die Zukunft könnten Verträge mit Bündelangeboten von Geräten beziehungsweise für Familien sein.

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