Tim Cook im Münsterland
Apple-Chef Tim Cook besucht das auf Ladenbau spezialisierte Unternehmen Dula im nordrhein-westfälischen Vreden. Foto: Bernd Thissen

Apple-Chef Tim Cook besucht das auf Ladenbau spezialisierte Unternehmen Dula im nordrhein-westfälischen Vreden. Foto: Bernd Thissen

dpa

Apple-Chef Tim Cook besucht das auf Ladenbau spezialisierte Unternehmen Dula im nordrhein-westfälischen Vreden. Foto: Bernd Thissen

Vreden.  Apple-Chef Tim Cook kam auf Partner-Besuch nach Deutschland in einer komplizierten Zeit. In den USA macht Präsident Donald Trump mächtig Druck, US-Firmen sollen Jobs zuhause schaffen. America first. In Europa steht Apple im Visier der EU-Kommission, die eine Milliarden-Steuernachzahlung in Irland fordert. Cook sprach beim Besuch der nordrhein-westfälischen Firma Dula, die Möbel für Apple Stores und auch die neue Konzernzentrale fertigt, auch über aktuelle Themen:

Frage: Wie sicher sind die Beziehungen mit Zulieferern wie Dula in einer Zeit, da es in den USA politischen Druck gibt, Jobs zuhause zu schaffen?

Antwort: Dula ist einer von 800 Zulieferern in Deutschland. Unsere Kooperation mit Dula reicht schon zehn Jahre zurück. Das ist etwas langfristiges, es ist keine kurzfristige Sache, wir haben eine Partnerschaft. Und mit vielen anderen Zulieferern ist es genauso. Sie sind der Schüssel für Apples Erfolg, sie werden der Schlüssel für Apples Erfolg auch in der Zukunft bleiben. Europa ist unglaublich wichtig für Apple.

Frage: Aber kann sich Apple der Diskussion in USA entziehen?

Antwort: Ich denke, in der Debatte über Handelsschranken kommt das eigentliche Problem zu kurz: Dass die Globalisierung nicht allen geholfen hat. Sie tat Dula gut, sie tat Apple gut. Sie hat App-Entwicklern geholfen - so ist durch uns eine Viertelmillion Jobs in Deutschland entstanden. Aber eben nicht alle haben von der Globalisierung profitiert. Ich denke, wir sollten daran arbeiten, dieses Problem zu lösen - aber Handelsschranken beheben es nicht, sie schaffen nur neue Probleme. Die Welt ist verbunden. Und wir leben in einer Welt, in der ein Land nur gewinnen kann - besonders ein großes Land - wenn alle gewinnen.

Frage: Könnte dann die Innovation in Europa noch wichtiger für Apple werden, wenn die Pläne zur Eindämmung der Einwanderung in die USA greifen?

Antwort: Wir haben unsere Meinung zu den aktuellen Einreiseverboten klargemacht. Wir denken, sie sind falsch und wir unterstützen sie nicht. Ich bin zuversichtlich, dass am Ende das Richtige passieren wird. Ich würde den Ereignissen also nicht vorgreifen wollen. Aber wird sind sehr stark dafür, das gute Leute sich frei von Land zu Land bewegen können, das ist im Interesse aller.

Frage: In Deutschland gibt es bisher weder den Bezahldienst Apple Pay noch die Nachrichten-App Apple News, Siri versteht Deutsch oft schlechter als Englisch. Wie wichtig ist der deutsche Markt für Apple?

Antwort: Bei allem, was es hier noch nicht gibt - da können sie davon ausgehen, dass wir daran arbeiten. Der deutsche Markt ist für uns sehr wichtig. Wir wollen hier großartige Partnerschaften mit Zulieferern haben und auch die deutschen Kunden so bedienen, dass sie glücklich sind. Und wir werden jeden Tag hart daran arbeiten. (dpa)

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