Bonn (dpa) - Nach dem Ende des Spitzelprozesses bei der Deutschen Telekom Ende vergangenen Jahres will der Konzern jetzt endgültig reinen Tisch machen.

Mit Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke und dem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel habe sich das Unternehmen wegen zivilrechtlicher Ansprüche gütlich geeinigt, teilte die Telekom am Dienstag in Bonn mit. Ricke und Zumwinkel hätten sich bereiterklärt, im Wege eines Vergleichs einen beträchtlichen Teil des Schaden auszugleichen.

Details nannte das Unternehmen nicht. Der erzielte Vergleich stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Hauptversammlung.

Unter der Leitung der beiden Topmanager hatte die Telekom illegal Gewerkschafter, Betriebsräte und Journalisten bespitzelt. Ziel war es, eine undichte Stelle im Aufsichtsrat aufzudecken, über die Interna an die Öffentlichkeit gelangt waren. Ein Mitarbeiter der Konzernsicherheit wurde Ende November vergangenen Jahres verurteilt.

Zuvor waren die Ermittlungen gegen Ricke und Zumwinkel mangels Tatverdachts eingestellt worden. Die Telekom hatte die Manager aufgefordert, einen Schadensersatz von rund einer Million Euro zu leisten. Nach wie vor hielten sie aber an ihrem Standpunkt fest, keinerlei Pflichten verletzt zu haben.

Die Aktionäre der Telekom sollen in der Einladung zur Hauptversammlung über Einzelheiten des Vergleichs informiert werden. Vorstand und Aufsichtsrat begrüßten, dass nun auf dem Aktionärstreffen am 12. Mai 2011 ein weiterer Schritt zur Abarbeitung der Vorgänge getan werden könne, hieß es weiter.

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