Berlin (dpa/tmn) - Sehen wir immer weniger Sterne? Zumindest wer in der Umgebung von Städten oder Ballungsgebieten lebt, hat sich diese Frage vielleicht schon einmal gestellt - und der Eindruck trügt wahrscheinlich nicht. Schuld ist die sogenannte Lichtverschmutzung.

Die Überstrahlung der Sterne und des natürlichen nächtlichen Lichts durch künstliches Licht nimmt offenbar zu. Die Auswirkungen auf Menschen und Natur: bisher weitgehend unbekannt. In dem Projekt «Verlust der Nacht» («Loss of the Night») untersuchen Wissenschaftler deshalb die ökologischen, gesundheitlichen, kulturellen und sozioökonomischen Auswirkungen, aber auch die Ursachen für die zunehmende Beleuchtung der Nacht.

Die Datengrundlage für die Forschungen basieren auf diversen Observationsprojekten, darunter auch die Jedermann-Sternzähl-Apps Loss of the Night ( Android und iOS) sowie Dark Sky Meter (iOS). Wer wo und wann wie viele Sterne am Himmel gezählt hat, lässt sich auf der neuen Seite «My Sky at Night» nachschauen. Dort werden Messungen von überall auf der Welt auf einer Landkarte visualisiert und sind einzeln abrufbar.

Mit Hilfe der Sternenzähler wollen die Wissenschaftler auch herausfinden, in welche Richtung sich die Lichtverschmutzung verändert - etwa durch den weltweiten Wechsel der Leuchtmittel in Straßenlaternen von Natriumdampflampen hin zu LEDs. Ohne Sternenzähler geht es übrigens nicht, weil Satelliten zum einen nur die nach oben gerichteten Lichtemissionen auffangen. Und zum anderen können aktuelle Satelliten nicht den Blauanteil im sichtbaren Lichtspektrum erfassen.

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