Wenn der Akku zu schnell leer wird
Moment des Schreckens: Spätestens jetzt sollte man Datenfunk und nicht benötigte Apps ausschalten. Foto: Andrea Warnecke

Moment des Schreckens: Spätestens jetzt sollte man Datenfunk und nicht benötigte Apps ausschalten. Foto: Andrea Warnecke

dpa

Moment des Schreckens: Spätestens jetzt sollte man Datenfunk und nicht benötigte Apps ausschalten. Foto: Andrea Warnecke

Berlin/Göttingen (dpa/tmn) - Nur mal kurz im Internet gesurft, ein wenig telefoniert und im Bus ein Video geschaut - und trotzdem ist der Smartphone-Akku schon am Nachmittag leer. Was tun?

Smartphones und Tablets sind toll - wenn ihren Akkus nicht vorzeitig der Saft ausgeht. «Moderne Smartphones mit ihren großen Displays und schnellen Prozessoren verbrauchen erheblich mehr Strom als klassische Einfachhandys», sagt Michael Wolf von der Stiftung Warentest. Deshalb lohnt es sich, die Stromfresser auf Diät zu setzen, damit sie am Ende des Tages noch Energie haben.

Displaybeleuchtung: Die Displaybeleuchtung schwächt den Akku am meisten. «Es empfiehlt sich, eine möglichst niedrige Helligkeitsstufe des Displays und möglichst kurze Intervalle bis zum Eintreten des Standby-Modus einzustellen», rät Björn Brodersen vom Handyportal «Areamobile.de». Empfehlenswert sei es auch, das Handy die Helligkeit des Displays abhängig vom Umgebungslicht selbst steuern zu lassen.

WLAN, GPS,Apps: Auch WLAN, Bluetooth, GPS und daueraktive Apps zehren kräftig am Akku. Der Nutzer sollte Datenfunk und Anwendungen ausschalten, die gerade nicht gebraucht werden, aber im Hintergrund Strom fressen, empfiehlt Bettina Seute vom Telekommunikationsportal «Teltarif.de». Das geht in den Einstellungen und über den Task-Manager. Bei sehr schlechtem Netzempfang kann es auch sinnvoll sein, vom kombinierten UMTS- oder LTE- in den reinen GSM-Modus zurückzuschalten. Sonst sucht das Gerät ständig nach einer schnelleren Verbindung und zieht dabei viel Strom.

Apps können sogar Energie verbrauchen, ohne genutzt zu werden, nur weil sie installiert sind. «Gerade kostenfreie, werbefinanzierte Apps belasten häufig den Akku mehr als eigentlich notwendig, weil sie den Standort des Smartphones oder Tablets ermitteln, um ortsbezogene Werbung einzublenden, oder weil sie Datenverbindung für Werbung unnötig lange offen halten», erklärt Björn Brodersen. Nicht benötigte Apps sollten energiebewusste Nutzer deshalb deinstallieren - und Aktualisierungen fürs Betriebssystem bei Verfügbarkeit gleich installieren: «Updates schließen nicht nur Sicherheitslücken, sondern können auch die Energieeffizienz von Smartphones verbessern.»

Widgets: «Auch Widgets für News oder das aktuelle Wetter, die auf mobilen Geräten mit dem Betriebssystem Android laufen, verbrauchen Strom», sagt Bettina Seute. Weniger aktive Widgets bedeuten also eine höhere Akkulaufzeit. Ein Abschalten der Push-Funktionen spare ebenfalls Energie. «Die automatische Synchronisation der E-Mails und Kontakte läuft im Hintergrund und bedient sich auch dann am Akku, wenn Sie die Funktion eigentlich nicht brauchen.»

Vibrationsalarm: Nachts sollte man Smartphone oder Tablet einfach abschalten oder in den Flugmodus versetzen, wenn sie als Wecker genutzt werden. Und auch der Vibrationsalarm kostet Extrastrom: Wird er nicht gebraucht, sollte man ihn deaktivieren.

Stromspar-Anwendungen: Spezielle Stromspar-Apps können oft beim Ausschalten des Displays Apps beenden. «Nicht alle halten das, was sie versprechen», warnt aber Seute. «Insbesondere können sie zu Fehlfunktionen von einzelnen Anwendungen führen.» Man sollte sich vorher genau über solche Apps informieren oder besser gleich den Verbrauch analysieren, rät die Expertin. «Alternativ kann man in den Einstellungen eines Smartphones den prozentualen Anteil der in Anspruch genommenen Akkuleistung von zum Beispiel Display, WLAN oder einzelnen Anwendungen ermitteln und gegebenenfalls Einstellungsänderungen vornehmen.»

Stromspar-Einstellungen: «Viele Hersteller implementieren Stromspar-Einstellungen auch in die Benutzeroberflächen ihrer Android-Geräte», sagt Björn Brodersen. Dort lässt sich beispielsweise festlegen, welche Anwendungen und Dienste deaktiviert werden sollen, wenn der Akku einen vorher definierten Stand erreicht.

Umgebungstemperatur:Doch auch extreme Umgebungstemperaturen beeinflussen den Akku. Vor allem Kälte setzt dem Stromspeicher zu: Bei einem Lithium-Ionen-Akku steht dann nicht die volle Kapazität zur Verfügung. «Darum trägt man Handys, Kameras und andere akkubetriebene Geräte im Winter besser in der Innentasche als in Handtasche oder Rucksack», erklärt Warentester Wolf.

Ersatz-Akku:Wer bereits im Voraus weiß, dass er sein Handy ohne eine Steckdose in Reichweite länger intensiv nutzen wird, kann immer noch einen geladenen Ersatz-Akku mitnehmen. «Das geht aber natürlich nur mit Geräten, bei denen der Akku vom Nutzer wechselbar und nicht wie zum Beispiel bei den iPhones fest verbaut ist», sagt Michael Wolf. Aber es gibt auch noch externe Akku- oder Powerpacks, die praktisch alle Smartphones und Tablets mit versiegter Batterie speisen können.

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