Frankfurt/Main (dpa) - Der Axel Springer Verlag hat die eigene Branche aufgefordert, für Apps auf mobilen Geräten Geld zu verlangen. Bereits zu Beginn des Online-Zeitalters habe es die Branche versäumt, journalistische Inhalte kostenpflichtig zu machen.

Die Verlage dürften jetzt ihre «zweite Chance» in der digitalen Welt nicht verpassen, sagte Andreas Wiele, Vorstand für die «Bild»-Gruppe und Zeitschriften bei Springer, beim «Deutschen Medienkongress 2011» der Fachzeitschrift «Horizont» am Montag in Frankfurt.

Axel Springer sei mit seinen kostenpflichtigen Anwendungen für das iPhone und iPad sehr erfolgreich, auch wenn der App-Preis dem der Zeitschrift entspreche. Die Verlage müssten den Mut haben, für Apps den vollen Preis zu verlangen. «Werbung allein wird es nicht richten», sagte Wiele zur Erlösstruktur bei Apps. Für den Werbemarkt seien die Anwendung bei Smartphones und Tablet-Computern zugleich eine große Chance, da die Leser ihre digitalen Zeitschriften weit gründlicher nutzten als etwa das übliche Online-Angebot.

Nach Ansicht von Philipp Welte, Vorstand von Burda Media, sollten die Verlage im Wettbewerb gegen die Internet-Giganten Google und Apple ihre Kräfte bündeln. Auch in der digitalisierten Medienwelt werde den Zeitschriften eine unverzichtbare Rolle zukommen. Welte verwies auf die weiterhin «respektablen zweistelligen Renditen» in der Branche.

Trotz Booms von Netzwerken wie Facebook werde die Gesellschaft auch künftig auf journalistische Inhalte nicht verzichten können, meinte Bernd Buchholz, Vorstandschef von Gruner+Jahr. Zugleich könne im Internet mit Online-Ablegern auch Geld verdient werden, sagte er und verwies unter anderem auf das zu seinem Haus gehörende Portal eltern.de.

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