Angela Merkel gehört zu den Hass-Objekten des russischen Journalisten Dmitri Konstantinowitsch Kisseljow. (Archivfoto)
Angela Merkel gehört zu den Hass-Objekten des russischen Journalisten Dmitri Konstantinowitsch Kisseljow. (Archivfoto)

Angela Merkel gehört zu den Hass-Objekten des russischen Journalisten Dmitri Konstantinowitsch Kisseljow. (Archivfoto)

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Angela Merkel gehört zu den Hass-Objekten des russischen Journalisten Dmitri Konstantinowitsch Kisseljow. (Archivfoto)

Neuland. Zu den liebsten „Fake News“ russischer und osteuropäischer Falschmeldungsfabrikanten gehören solche, in denen die finstere EU irgendetwas Gottloses tut. So stieß die EU East StratCom Task Force (im Internet: euvsdisinfo.eu), die im Auftrag der Europäischen Gemeinschaft das gegen die EU gerichtete Falschnachrichten-Aufkommen beobachtet, diesmal im EU- und Nato-Mitgliedsland Bulgarien auf die überraschende Nachricht, dass die EU die Taufe verboten habe: Ab März 2017, so die bulgarische Website „BG news 168”, die eigentlich mehr auf körperlich Zwischenmenschliches und plastische Chirurgie fokussiert ist, dürfen Europäer ihre Neugeborenen nicht mehr taufen. Das habe der „EU-Gerichtshof“ so entschieden.

Das fiktive Urteil des ebenso fiktiven Gerichtshofs bezieht sich auf einen nicht minder fiktiven Artikel einer ebenso fiktiven Konvention: „Der gleiche Mythos über ein Taufverbot in Europa ist mindestens zweimal vorher in Umlauf gekommen, einmal im Jahr 2014 und einmal im vergangenen Jahr“, so die EU East StratCom Task Force.

Von Dmitri Konstantinowitsch Kisseljow, der als einziger russischer Journalist seit der russischen Krim-Besetzung auf der EU-Sanktionsliste steht, können die Medien-Trolle Trumps noch viel lernen. Vergangenen Sonntag trat der Generaldirektor des staatlichen Nachrichten-Netzwerks „Sputnik“ zur Primetime im Staatsfernsehen „Rossiya-1“ auf und erteilte dem russischen Publikum eine Lektion in der Technik „Beleidigung durch Dementi“: Er wolle nicht über Angela Merkel als Frau sprechen, daher werde er auch nicht über „ihre Falten, ihre Frisur, die Farbe ihrer Kleider oder das unveränderliche Design ihrer Hosenanzüge" reden.

Barack Obama nannte er einen „Mohren“ (natürlich nur, um Schillers „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan…“) zu zitieren, und Michelle Obama habe ihn bei Trumps Vereidigung an einen Hausmeister erinnert, wozu er so ausführlich erklärte, dass das nichts mit ihrer Hautfarbe zu tun habe, dass jeder Trottel den Rassismus verstand.

Im Vorfeld von Türkei-Besuch und EU-Gipfel wollte Kisseljow dem russischen Publikum aber vor allem mitteilen, Merkel sei nicht nur irgendwie aus der Mode, sondern verfolge die gleiche Nazi-Idee vom deutschen „Lebensraum“ im Osten wie Hitler und FDP-Urahn Friedrich Naumann (!); daher wolle Merkel die Ukraine einfach schlucken (Link zur Original-Sendung, Merkel-Thema ab 1:30:00, goo.gl/Juiar9).

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