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Screenshot @IM_NRW

Neuland. Wie wichtig der Kampf gegen FakeNews ist, hat in dieser Woche wieder der gefälschte Flüchtlingserlass gezeigt (Bericht und Kommentar siehe goo.gl/BrDzAi ), der wie üblich von AfD-Anhängern wie Erika Steinbach nach Kräften weiterverbreitet wurde. Weil das Drumherumreden ja nix hilft, sei zu der Fälschung und ihren Verbreitern festgehalten: Man muss schon mit einiger Doofheit geschlagen sein um zu glauben, es gebe im deutschen Strafrecht Paragraphen gegen „übliche Nachrede“ und „Schlagerei“.

Wie dem auch sei: Der beste Schutz gegen Falschmeldungen ist, sich selbst so fit zu machen, dass man Nachrichten von Nonsens unterscheiden kann. Seit der US-Präsidentschaftswahl haben amerikanische Anbieter dazu sehr einfache Spiele und Apps entwickelt. Eines ist „Factitious“ (siehe goo.gl/TzQW5T ), bei dem man echt und falsch unterscheiden soll. Das wird schnell langweilig, weil man bald durchschaut: In diesem Spiel kann man Fakt oder Fälschung immer an der Quelle erkennen. Doch „Fake News“ kommen auch in seriösen Medien und Agenturen vor, siehe den Fall der angeblichen 1000-Migranten-Randale im schwäbischen Schorndorf. Der Unterschied: Sie werden nicht absichtlich produziert, und sie werden richtig gestellt, wenn der Fehler erkannt ist (siehe goo.gl/4qGXXf).

Eine frische Zusammenfassung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, was „Fake News“ genau sind, wie sie mutmaßlich wirken und was gegen sie hilft, gibt es hier als PDF (goo.gl/mCHqYV). Die zentralen Ansätze zum sozialen und politischen Umgang mit dem Thema sind keine Überraschung: Steigerung der Medienmündigkeit, Hilfe bei der Beurteilung von Nachrichten.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte nach Bekanntwerden der Fälschung, er könne die Bürger „nur bitten, auf derartige Propaganda nicht hereinzufallen und bei angeblichen Nachrichten in Sozialen Netzwerken kritisch zu sein.“ Na, @hreul, ein bisschen mehr geht schon: Sie könnten zum Beispiel mal herausfinden, wer in der neuen Landesregierung die Zuständigkeit für die Landeszentrale für politische Bildung aus dem zerlegten Ministerium von Christina Kampmann (SPD) geerbt hat (Tipp: Isabel Pfeiffer-Poensgen) und die akademische Selbstbeschäftigung mit der freundlichen Nachfrage stören, ob die dort zur Verteidigung der Demokratie noch was anderes auf die Reihe kriegen als Artikel-Sammlungen anzulegen (siehe goo.gl/vE5gR8).

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